Bad Bevenser zeigen kein Interesse am Klimaschutzkonzept

BAD BEVENSEN - Klimaschutzziele formulieren und konkrete Maßnahmen anschieben – die Politik Bad Bevensens möchte gemeinsam mit den Einwohnern der Stadt ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeiten. Das ist förderfähig, interessierte die Einwohner aber scheinbar wenig.

Denn bei der Auftaktveranstaltung mit den Experten für erneuerbare Energien sowie energetische Sanierung vom Osnabrücker Planungsbüro Graw blieben Politik und Verwaltung nahezu unter sich – nur ein Zuhörer, der nicht diesem Zirkel zuzuordnen ist, kam in das Feuerwehrgerätehaus. Wirtschaft und Bürger blieben der Veranstaltung trotz schriftlicher Einladungen und öffentlicher Bekanntgabe fern. „Das ist sehr schade, ich hatte auf mehr Resonanz gehofft: Klimaschutz ist etwas, das man vor Ort leben muss“, sagte Bürgermeister Martin Feller.

Mit Karsten Reinstorf und Tobias Winkelmann vom Planungsbüro Graw hatten die Bevenser zwei Fachleute vor Ort, die bereits im Nachbarlandkreis Lüneburg den Klimaschutz ins Visier genommen haben. So berät Winkelmann beispielsweise bei der Klimaschutzleitstelle, die Landkreis und Stadt Lüneburg gemeinsam eingerichtet haben. Auf einer „Energiekarte“ wurden Solaranlagen und andere Standorte erneuerbarer Energien verzeichnet. Auch Fahrradverleihe oder Energieberatungsstellen sind dort aufgeführt: „Es geht darum, sichtbar zu machen, was bereits passiert ist, und was noch passieren kann“, berichtet Winkelmann.

Mit Bevensen sind die Fachleute für Klimaschutz seit etwa zwei Monaten im Austausch. Material beispielsweise über den Gebäudebestand sowie die gemeldeten Fahrzeuge haben sie bereits gesichtet und zum Teil ausgewertet. Ziel ist eine Analyse des Ist-Zustands und das Aufzeigen und Erarbeiten von Sparpotenzialen – im großen und im kleinen Stil. Willkommen sind demnach Anregungen, wie sie Stephan Kaufmann formulierte: Beschriftete Lichtschalter an einer Leiste könnten den Stromverbrauch im Alltag senken. Aber auch Überlegungen zu energetischen Sanierungen werden aufgenommen. „Nur Einsparungen im kommunalen Bereich sind aber nicht zielführend. Auch die Wirtschaft und die Bürger werden gebraucht“, betonte Reisdorf. Wie Privatleute und Firmen allerdings motiviert werden sollen, sich am Klimaziel der Kommune zu beteiligen, blieb noch offen. Finanzielle Unterstützung wurde beispielsweise für energetische Sanierungen nicht in Aussicht gestellt – Beratungen schon. Die Möglichkeit, zu diskutieren, gibt es am 23. April und am 14. Mai. Dann starten öffentliche Workshops, bei denen über Klimaschutzpotenziale in der Kurstadt diskutiert werden soll. Bis September soll das Konzept vorgestellt werden. Wird es im Rat beschlossen, wäre eine finanzielle Unterstützung durch den Bund über drei Jahre möglich. Die Erarbeitung des Konzeptes kostet 34 000 Euro und wird zu 65 Prozent gefördert.

Von Wiebke Brütt

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare