Unverständnis über vertagte Kosten-Entscheidung / Wohl erst 2018 fertig

Kita-Erweiterung in Bad Bevensen: Kirche stoppt Anbau-Planungen

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Der Kindergarten an der Bad Bevenser Röntgenstraße platzt aus allen Nähten und bedarf dringend einer Modernisierung – die Inbetriebnahme eines Anbaus verzögert sich wohl aber voraussichtlich um ein ganzes Jahr.

Bad Bevensen. „Mit Unverständnis und großer Besorgnis“ hat man beim evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Uelzen die Entscheidung des Bad Bevenser Stadtrats aufgenommen, eine Entscheidung über Mehrkosten beim Anbau an den Kindergarten an der Röntgenstraße aufzuschieben.

Die Kirche betreibt diese Einrichtung. Wie berichtet, hatte die Kommunalpolitik im Dezember 2016 mehrheitlich dafür gestimmt, über weitere 200 000 Euro, die den Kostenrahmen für die Erweiterung der Kita auf rund 1,2 Millionen Euro erhöhen würden, noch intensiver beraten zu wollen. Eine endgültige Entscheidung würde der Stadtrat dann voraussichtlich erst im März fällen.

„Diese weitere deutliche Verzögerung ist für uns nicht nachvollziehbar“, schreibt Dorothee Drewes, stellvertretende Leiterin des Kirchenkreisamts Uelzen, an die Stadt Bad Bevensen. Mehr noch: Sie habe weitere Folgen und Konsequenzen. Denn da die Finanzierung des Anbaus jetzt noch immer ungeklärt sei, habe man sämtliche Planungen gestoppt. „Die weiteren Planungen werden erst dann wieder aufgenommen, wenn uns die Kostenübernahme schriftlich erklärt wird“, so Drewes in dem Schreiben.

„Wir gehen davon aus, dass der Zeitplan für die Fertigstellung der Baumaßnahmen definitiv nicht mehr eingehalten werden kann“, heißt es weiter. Denn sollte die Frage der Finanzierung des Projekts erst im März entschieden werden, werde ein längerer Planungs- und Genehmigungsprozess folgen. Realistisch sehe der Kirchenkreis daher einen Betriebsbeginn zum 1. August 2018.

Der Anbau sollte eigentlich, wie berichtet, schon ab 1. August dieses Jahres Platz für zwei Kindergarten-Gruppen bieten und den derzeitigen Container ersetzen. Letzterer war lediglich bis Ende Juli genehmigt worden. Eine Verlängerung der Anlage sei jedoch möglich, so Drewes in dem Schreiben an die Stadt – für etwa 3000 Euro pro jedem weiteren Monat. Damit nicht genug: Ab diesem Sommer sei die Kindertagesstätte an der Röntgenstraße voll belegt. Für Neuaufnahmen stünden jedoch keine weiteren Räume zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund weist der Kirchenkreis die Bevenser auch darauf hin, dass die Kommune den Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze erfüllen müsste und ansonsten mit etwaigen Klagen zu rechnen hätte.

Allerdings dränge die Zeit auch im Hinblick auf den Zustand des bestehenden Kindergartengebäudes. Es weise erhebliche Mängel auf, so Drewes. Vor allem der Brandschutz fehle. So gebe es im gesamten Gebäude keine Brandmeldeanlage – ebenso wenig wie Flucht- und Rettungswege für die beiden Räume im Turm des Gebäudes. Dorothee Drewes, beim Kirchenkreis zuständig für die betriebswirtschaftliche Leitung, stellt klar: „Der Kindertagesstättenverband als Betreiber der Einrichtung wird in einem Schadensfall keine Mitverantwortung übernehmen.“

Möglicherweise dürften die genannten Räume ohne Brandschutz gar nicht weiter genutzt werden. „Es würden dann dringend benötigte Räumlichkeiten fehlen“, warnt Drewes. Darüber hinaus sei die Situation mit nur einem WC für das gesamte Personal, für Besucher und Eltern untragbar.

Wie es nun weitergehen soll, wird der Ausschuss für Familie, Jugend und Sport der Stadt Bad Bevensen morgen, Mittwoch, beraten. Seine Sitzung beginnt um 16.30 Uhr im Feuerwehrhaus, Gewerbegebiet „Kurze Bülten“. Seitens des Kirchenkreises stehe man „auch zeitnah zur Verfügung“, so Drewes, „um gemeinsam nach tragbaren Lösungen für eine verlässliche Betreuung der Kinder in der Stadt Bad Bevensen zu suchen.“

Von Ines Bräutigam

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