Ein Kinderfest, das keines war

Wegen fehlender Kinderspiele vergnügten sich die Kleinsten eben an den Wasserfontänen auf dem Kirchplatz.

Bad Bevensen. Ein Besuchermagnet ist seit Jahren das Entenrennen auf der Ilmenau. In diesem Jahr wurde es zum elften Mal veranstaltet. Pünktlich um 13 Uhr übergaben Feuerwehrmänner der Bevenser Wehr am Sonntag 500 quietschgelbe kleine Entchen mit Nummern versehen von der Göhrdebrücke aus in ihr nasses Element.

Nach nicht einmal 15 Minuten war die 300 Meter lange Reise zu Ende. Die Enten wurden aus dem Wasser gefischt und die Nummern der 50 schnellsten für den Endlauf notiert. Insgesamt wurden vier Vorläufe gestartet.

Für drei Euro konnte die Patenschaft für eine Ente übernommen werden. Die Patenschaften waren begehrt, denn zum einen gab es lukrative Gewinne und zum anderen wird mit dem Reinerlös die Jugendarbeit unterstützt – beim Kinderschutzbund und der Jugendfeuerwehr der Kurstadt. Als Moderator heizte Nico Lembke die Stimmung richtig an.

Und los geht’s: 500 Plastikenten werden in die Ilmenau gelassen – die Schnellsten brachten ihren Paten Gewinne ein. Fotos: Kiriczi

In jedem Vorlauf schwammen 500 Enten um die Wette, ob sie einen Paten hatten oder nicht. Enten ohne Paten kamen nicht in die Wertung. So gab es keine Nieten. Alle, die eine Enten-Patenschaft übernommen hatten, hatten Chancen auf einen Gewinn. Nach jedem Vorlauf wurden die Nummern der Finalenten bekannt gegeben. Die Entenpaten konnten zweimal gewinnen. Die schnellsten „Schwimmerinnen“ aus den Umläufen brachten ihren Paten Einkaufsgutscheine und Sachpreise ein. Am Zieleinlauf bot der Kinderschutzbund eine üppige Kaffeetafel an. Enttäuschte Gesichter gab es derweil zum angekündigten Kinderfest – angekündigt war es als Tag mit vielen Überraschungen für die kleinen Besucher. Überraschung gab es auch – allerdings im negativen Sinn. Kinderbungee wurde ebenso vergebens gesucht wie die Elektro-Gokartbahn, die Kletterwand in XXL oder das Kinderschminken. Eltern sprachen sich immer wieder an, wo denn was zu finden wäre. Am Kirchplatz boten lediglich eine riesige Hüpfburg oder ein Bullenreiten Nervenkitzel.

So vergnügten sich viele der kleinsten Besucher an den Feder-Schaukeltieren und den Fontänen des Kirchplatzwasserspiels. Eltern bemängelten auch, dass die vorhandenen Aktionen zu weit auseinandergezogen waren. „Von der Innenstadt zum Zieleinlauf war es für Familien mit kleinen Kindern einfach zu weit“, hieß es.

Für Gerhard Kreutz von der Bad Bevensen Marketing (BBM) GmbH hat das gefloppte Kinderfest deswegen auch klare Konsequenzen. „Das wird es im nächsten Jahr nicht wieder geben“, kündigt er im AZ-Gespräch an. „Wir allein können die Bespaßung in der Stadt nämlich nicht leisten“, bedauert er die kaum vorhandene Beteiligung der Geschäftsleute. Diese nämlich seien im Vorfeld animiert worden, ihren Teil zum Gelingen des Kindervergnügens beizutragen.

Dass die Erwartungen der Besucher enttäuscht wurden, bedauert Kreutz, „aber wir können nur Anregungen geben“, betont er. Bei der Ausgestaltung müssten alle an einem Strang ziehen – schon deswegen, weil die BBM allein solche Veranstaltungen nicht finanzieren könne.

Von Gudrun Kiriczi und Ines Bräutigam

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