Bevenser Hotel schließt Knall auf Fall / Über 20 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Das „Kieferneck“ ist dicht

+
Auf seiner Internetseite verabschiedet sich der Betrieb: Seit Donnerstag ist das Hotel „Kieferneck“ in Bad Bevensen dicht. 

Bad Bevensen. Mehr als 20 Mitarbeiter stehen von jetzt auf gleich auf der Straße. Bad Bevensen verliert eines seiner Hotel-Zugpferde. Wieder einmal. Am Donnerstag hat das Hotel „Kieferneck“ in der Kurstadt überraschend seine Tore geschlossen.

Die Belegschaft wurde nach AZ-Informationen erst am Dienstag über die Schließung informiert.

Das Haus ist im Besitz von Elman Allahverdiyev. Dem Kaufmann aus Aserbaidschan gehören in Bad Bevensen vier weitere Hotels – allesamt geschlossen und den Bevensern wegen des immer schlechter werdenden Zustands mitten im Ort zunehmend ein Dorn im Auge (AZ berichtete). Mit dem „Kieferneck“ macht nun auch das letzte Haus Allahverdiyevs dicht. Weder er noch sein Geschäftsführer Ahmed El Kassar sind für die AZ erreichbar. Die „Kieferneck“-Belegschaft will sich auf AZ-Nachfrage zu nichts äußern. Die Nerven liegen am Donnerstag bei allen Betroffenen blank.

Nach AZ-Informationen soll das Hotel „Kieferneck“ für Ostern ausgebucht gewesen sein – den Gästen musste Knall auf Fall abgesagt werden. Die Urlauber, die am Donnerstag noch im „Kieferneck“ wohnten, mussten am Morgen ihre Koffer packen und in andere Bevenser Hotels umziehen.

Nicht nur die Belegschaft des Vier-Sterne-Hauses, das in den vergangenen Jahren viele Führungswechsel erlebte, hat die Schließung kalt erwischt. Auch Jörg Zehrfeld, Vorsitzender des Bevenser Ortsverbands im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), hat erst am Mittwoch zufällig vom Aus des Hotels erfahren. „Ich weiß ja nicht, was das für Gründe hat“, so Zehrfeld auf AZ-Nachfrage, „aber das ist natürlich für den ganzen Ort schlecht.“

Auch der Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), Gerhard Kreutz, ist von der Nachricht am Mittwoch überrascht worden. Gerade erst hatte er, wie berichtet, zuversichtlich einen guten Tourismus-Start ins Jahr 2018 vermeldet. Jetzt fehlen der Stadt wieder 51 Zimmer mit 80 Betten. „Das ist ein Brocken“, sagt er, „das tut richtig weh.“ Und dabei sei das Hotel „Kieferneck“ durchaus gut gebucht gewesen.

Von Ines Bräutigam

Mehr zu dem Thema lesen Sie heute (31.03.) in der gedruckten Ausgabe der AZ sowie im E-Paper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare