Bad Bevenser reagieren auf Einschnitte im Norden

Keine Angst vor Bäderregelung

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Schaufensterbummel auch im Winter in der Fußgängerzone der Kurstadt – Bad Bevensens Handel rechnet nicht mit Verschärfungen bei den Öffnungszeiten in Kurorten.

wb Bad Bevensen. Ruhetag oder Kundenmagnet – so alt wie der verkaufsoffene Sonntag ist auch die Kontroverse um das Konzept. In Schleswig-Holstein tritt am 12. Januar die neue Bäderregelung in Kraft, die unter anderem vorschreibt, dass Läden sonntags bis einschließlich 9. März geschlossen bleiben.

Bisher galt für Händler in den Kurbädern des Hohen Nordens eine Winterpause vom 1. November bis 14. Dezember. Als Saison ist nun die Zeit vom 17. Dezember bis 8. Januar und vom 15. März bis Ende Oktober festgelegt – den Grund für die Reform lieferten die Kirchen, die mit Klagen gegen die Sonntagsöffnungen drohten. Angst, auch in Niedersachsen könnten die Sonderkonditionen für Kurorte in Frage gestellt werden, haben die Bevenser Händler angesichts der Entwicklungen bei den Nachbarn aber nicht. „Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass sich etwas ändern soll. Außerdem haben wir eindeutige Signale an unseren Wirtschaftsminister gesendet, wie wichtig die Sonntagsöffnung für Bad Bevensen ist“, sagt Rolf Behn, Vorsitzender des Vereins „Wirtschaft und Tourismus“, gestern.

Die verkaufsoffenen Sonntage, die von Mai bis Oktober regelmäßiger Bestandteil Bad Bevensens Marketings sind, zählen für die Bevenser Händler zu den umsatzstärksten Tagen im Jahr. Nicht nur Urlauber und Tagesgäste würden das Angebot nutzen, sondern auch Einwohner der Region. Ein Phänomen, das auch Gerhard Kreutz, Veranstaltungsmanager der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), bestätigt: „Der Bedarf ist eigentlich das ganze Jahr über da“, sagt er und verweist auf die Kliniken, deren Patienten das ganze Jahr Besuch von ihren Angehörigen bekämen. Zudem betont Gerhard Kreutz, dass Bevensen auf ein Miteinander von Handel und Kirche setze. So öffnen die Händler beispielsweise sonntags erst ab 13 Uhr, also nach Gottesdienst-ende. Außerdem sei die Kirche in Veranstaltungen wie das Heidekartoffelfest oder den Weihnachtsmarkt eingebunden.

Auf kirchliche Feiertage werde Rücksicht genommen. „Die Sonntagsöffnung ist für Bad Bevensen nicht wegzudenken. Unser Stadtmarketing ist stark darauf ausgerichtet“, sagt Bürgermeister Martin Feller und merkt an, selbst Verständnis für die Sehnsucht nach einem Ruhetag zu haben. Zudem seien die verkaufsoffenen Sonntage für kleine Betriebe nicht nur Segen, sondern auch Belastung. Denn sie müssen trotz kleinem Personalstamm die Zusatzöffnungszeiten leisten – ein Grund, warum nicht alle Händler bei jedem verkaufsoffenen Sonntag dabei sind.

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