BfB-Antrag gescheitert: Bad Bevensens Bauausschuss lehnt Neubau für rund 300 000 Euro ab

Kein Ersatz für die Altstadtbrücke

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Die Altstadtbrücke über die Ilmenau ist bereits abgebaut, nur die Widerlager stehen noch. Das Bauwerk wird wohl auch nicht ersetzt werden – dafür hat sich jetzt mit großer Mehrheit der städtische Bauausschuss ausgesprochen.

Bad Bevensen. Im Frühjahr vergangenen Jahres durften noch maximal zehn Personen gleichzeitig auf der Altstadtbrücke in Bad Bevensen gehen. Im Herbst war dann ganz Schluss – das Bauwerk, das von der Pastorenstraße über die Ilmenau in den Kurpark führte, wurde komplett gesperrt.

Inzwischen ist die marode gewordene Holzbrücke vollständig abgebaut worden, nur die Widerlager stehen noch im Wasser. Und nach der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses scheint es auch unwahrscheinlich, dass die Brücke durch eine neue ersetzt wird.

„Es wäre schön, wenn da eine Brücke wäre“, befand Dirk Harms für die CDU, da man aber nach Schätzungen der Verwaltung mit rund 300 000 Euro Kosten für einen Neubau rechnen müsse, sei seine Fraktion der Auffassung, dass man auf eine neue Brücke verzichten solle. Harms erteilte damit einem Antrag der BfB-Fraktion auf Ersatz der Brücke und das Einstellen entsprechender Haushaltsmittel eine klare Absage.

„Die SPD-Fraktion sieht das genauso“, pflichtete Ellen Laas für die Sozialdemokraten sodann bei. Neben der Kostenseite sehe sie aber auch das Argument der BfB-Fraktion, man trage mit einer neuen Altstadtbrücke dem Inklusionsgedanken Rechnung, hinken. Wegen des Kopfsteinpflasters, das sowohl die Pastorenstraße als auch die Straße An der Aue ziere, sei dieses Argument nicht nachvollziehbar.

300 000 Euro seien derzeit im Entwurf des Haushaltsplans 2017 für eine neue Brücke an dieser Stelle vorgesehen, erklärte Bauamtsleiter Roland Klewwe. Allerdings betonte er, dass es sich bei der Summe lediglich um „eine Schätzung mit gewissem Aufschlag“ handele. Mögliche Baukostensteigerungen seien bereits einkalkuliert.

Aus Sicht der WBB/FDP-Gruppe im Stadtrat braucht man hier aber gar nicht weiter zu überlegen. „300 000 Euro und dann noch Folgekosten – das ist uns dieser Zugang zum Kurpark nicht wert“, erklärte die Gruppen-Vorsitzende Gabriele Meyer. Im Übrigen habe eine Befragung des Gruppenmitglieds Bernd Peter (FDP) bei Anliegern und in der übrigen Bevölkerung „wenig positive Meinungen zu dem Erhalt“ ergeben.

Christian Hüwing blieb nur, nochmals die Bedeutung der Brücke aus Sicht der BfB-Fraktion zu betonen. Man halte das Bauwerk als „Nervenstrang“ durchaus für notwendig. Mit dieser Haltung blieb er in der anschließenden Abstimmung allerdings allein: Der Antrag seiner Fraktion wurde von allen anderen Ausschussmitgliedern abgelehnt.

Von Ines Bräutigam

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