Ab Ende Mai erhalten Eltern Zu- oder Absagen

Kampf um Schulplätze: KGS Bad Bevensen rüstet sich für Losverfahren

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Beim Tag der offenen Tür konnten sich interessierte Eltern über die KGS informieren. Erstmals ist aber unklar, ob tatsächlich alle Kinder, die im Sommer an die Schule wechseln wollen, auch einen Platz bekommen werden.

Bad Bevensen – Eine Band spielt auf. Crêpes werden gereicht. Schüler zeigen Theaterstücke. Beim Tag der Offenen Tür hat sich nun, wie berichtet, die Kooperative Gesamtschule in Bad Bevensen präsentiert – auch für künftige Fünftklässler und deren Eltern.

Doch unklar ist erstmals in diesem Jahr, ob tatsächlich alle, die im Sommer an die Bevenser Schule wechseln wollen, auch einen Platz bekommen werden.

Die KGS hat die Vorbereitungen für ein erstes mögliches Losverfahren getroffen, berichtet Schulleiterin Christel Auer auf Nachfrage. Damit könnte es zu Absagen kommen. „Für Ende Mai ist vorgesehen, die Bescheide mit einer Zu- oder Absage an die Eltern zu schicken“, so Auer.

An der Schule ist es eng geworden. 1855 Jungen und Mädchen wurden zuletzt an der KGS unterrichtet, mit zusätzlichen Unterrichtsräumen hätte die Platznot gemildert werden können. Die Kreispolitik sprach sich aber gegen die Millionen-Investition aus und die Kreisverwaltung als Träger der KGS erklärte: Die KGS verstoße mit so vielen Schülern ohnehin gegen die Verordnung zur Schulorganisation. Maximal dürfe es pro Jahrgang nur neun Klassen geben – die KGS hat in den zurückliegenden Jahren diese Marke immer wieder gerissen.

Angesichts der Vorgaben hatte der Schulvorstand schließlich Ende des vergangenen Jahres entschieden, ein Losverfahren zu nutzen, sollte es für das Schuljahr 2019/20 erneut so viele Anmeldungen geben, dass mehr als neun Klassen zu bilden wären. „Wir können nicht mehr anders“, sagte seinerzeit Auer. Nun schildert sie im AZ-Gespräch das angedachte Prozedere. „Es wird drei Töpfe mit Schülern geben“, so die Schulleiterin.

In jedem Fall aufgenommen werden müssen Jungen und Mädchen aus dem für die KGS geltenden Schulbezirk. Er umfasst die Stadt Bad Bevensen und die Gemeinde Bienenbüttel. Diese Schüler bilden den ersten Topf.

Nachfolgend werden bei noch freien Plätzen Geschwister berücksichtigt. Heißt: Sollte ein Geschwisterteil bereits an der KGS unterrichtet werden, sollen möglichst die anderen auch einen Platz bekommen. In einem dritten Topf landen dann Kinder, die nicht aus dem Schulbezirk stammen und von denen auch keiner einen Bruder oder eine Schwester an der KGS hat.

Kommt es zu einem Losverfahren, kann das beispielsweise bedeuten: Eltern aus dem Südkreis haben Losglück und bekommen einen Platz, während Eltern aus Ebstorf, deutlich näher an Bad Bevensen gelegen, womöglich leer ausgehen.

Wie Christel Auer sagt, werden die Bescheide zu einer Zusage oder Absage wohl eine Rechtsbehelfsbelehrung beinhalten – also Angaben darüber, ob und gegebenenfalls wie Eltern gegen die Entscheidung vorgehen können. Sind denn rechtliche Schritte oder sogar Klagen zu erwarten? Birgit Elbers, Elternvertreterin der KGS, sagt: „Es gab schon Eltern, die fragten, was bei einer Ablehnung getan werden könne.“ Bislang sei die Zahl der Anfragen zum Losverfahren aber überschaubar, Gleiches berichtet auch die Schulleiterin. Aber Birgit Elbers als Elternvertreterin glaubt, dass sich das noch ändern wird: „Die Eltern sind sich noch gar nicht bewusst, was da auf sie zukommt.“

Dass es bei einem Losverfahren dann tatsächlich dauerhaft nur neun Klassen pro Jahrgang geben wird, so wie es vorgesehen ist, glaubt die Elternvertreterin indes nicht. Die Klassen würden bis zur maximalen Grenze gefüllt. Spätestens im sechsten Jahrgang komme es durch sitzengebliebene Kinder oder durch Schulzweigwechsel dann doch zu mehr als neun Klassen.

Denn aus der Erfahrung wisse sie, dass durch den Elternwillen Kinder nicht immer für den für sie eigentlich passenden Schulzweig – Gymnasial-, Realschul- oder Hauptschulbereich – angemeldet würden. Komme es dann zu einem Wechsel des Kindes in einen anderen Schulbereich, müssten Klassen womöglich noch einmal neu eingeteilt werden.

VON NORMAN REUTER

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