Wasserwagen versorgt Bürger: Zahl der Leitungsbrüche steigt auf 13

Kampf gegen marode Rohre in Kurstadt Bad Bevensen

Auch in der Bad Bevenser Fußgängerzone künden Baulöcher von den Wasserrohrbrüchen der vergangenen Tage. An 13 Stellen sind mürbe Rohre geplatzt.
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Auch in der Bad Bevenser Fußgängerzone künden Baulöcher von den Wasserrohrbrüchen der vergangenen Tage. An 13 Stellen sind mürbe Rohre geplatzt. 

Bad Bevensen – Die Serie von Wasserrohrbrüchen in Bad Bevensen reißt nicht ab. In der Nacht zu gestern hören Anwohner am Krummen Arm einen Knall. Das Leck vor der Rats-Apotheke setzt ein Stück Straße unter Wasser.

In der Nacht rattern Pumpen und Bagger – wie auch an der Dahlenburger Straße. Damit erhöht sich die Zahl der Rohrbrüche seit Sonnabend auf mittlerweile 13.

Mitarbeiter der Celle-Uelzen-Netz (CUN) schuften zusammen mit Rohrleitungsbaufirmen Zehn- bis Zwölf-Stunden-Schichten, um die Wasserversorgung in der Kurstadt wieder flott zu machen, berichtet CUN-Sprecherin Christiane Poestges. Die meisten Haushalte sind im Lauf des Vormittags wieder versorgt. Trotzdem muss der Versorgungsdienstleister gestern Mittag einen Tanklaster schicken, um die Bewohner am Krummen Arm mit frischem Nass zu versorgen.

Überflutete Straßen in der Stadt – mancher Bevenser hat da ein Dejà-vu. Schon mehrmals sind Leitungen im Untergrund der Kurstadt geplatzt. 2014 stand erst die Medinger Straße und einen Monat später die Dahlenburger Straße unter Wasser. Im Januar 2015 ereigneten sich gleich sieben Leitungsbrüche in der Kurstadt und in Tätendorf-Eppensen. Im Juni vorigen Jahres wurde die Lüneburger Straße von einer geborstenen Hauptleitung überflutet. Was macht also das Frischwassernetz in Bad Bevensen so anfällig?

„Wir sind im Moment bestrebt, die Schäden zu beheben“, betont Dietmar Kahrs, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbands Landkreis Uelzen (WVU), dem das 1350 Kilometer lange Leitungsnetz gehört. Erst anschließend könne man mit der Celle-Uelzen-Netz, die für Unterhaltung und Betriebsführung zuständig ist, Ursachenforschung betreiben. Nur so viel: Es gab Druckschwankungen im Netz, und im Bereich Bevensen befinden sich noch viele jahrzehntealte Asbestzement-Rohre aus den sechziger Jahren im Boden. „Die sind besonders anfällig für Druckschwankungen“, weiß Kahrs. Jüngere PVC- oder Polyethylen-Rohre sind flexibler.

Auch Christiane Poestges bestätigt, dass das Rohrnetz, das der Wasserversorgungsverband 1990 übernommen hat, in einem besonders schlechten Zustand war. Deshalb seien in den vergangenen fünf Jahren viele Leitungen ausgetauscht worden. „Wir haben ein Sanierungskonzept. Es ist noch nicht überall umgesetzt worden“, berichtet die CUN-Sprecherin. Ursache für Rohrleitungsbrüche könnten aber auch Bäume oder Erschütterungen durch Fahrzeuge sein.

Laut Stadtdirektor Martin Feller zieht ein Wasserrohrbruch den nächsten nach sich. Zunächst versuchen die Pumpen, den Druckabfall, der beim Ausströmen von Wasser aus dem Leck entsteht, durch einen erhöhten Druck auszugleichen. Wird die Schadstelle dann abgesperrt, kann der plötzliche Druckanstieg marode Rohre sprengen.

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