Wilhelm I gab sich in Bad Bevensen zum Historien-Spektakel die Ehre

Kaiserlicher Besuch

Nach der Ankunft am Bevenser Bahnhof: Der kaiserliche Jäger informiert den Kaiser über den Bestand im Revier. Fotos: Kiriczi

Bad Bevensen. Trotz regnerischen Wetters verfolgten fast 2000 Besucher das historische Spektakel, als es am Sonnabend zum achten Mal hieß: „Der Kaiser kommt. “ Veranstaltet vom gleichnamigen Verein.

Auf seinem Weg in das Jagdrevier Göhrde kam Kaiser Wilhelm I 1871 mit dem Zug aus Berlin in Bevensen an, um mit der Kutsche weiter zu fahren. Über 200 militärhistorische und zivile Darsteller zeigten Leben, Bildung, Handwerk und Kunst vor 140 Jahren. Aus Thüringen, Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Berlin und den Landkreisen Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg waren Mitwirkenden angereist. Vor dem Höhepunkt, der Ankunft des Kaisers anno 1871 mit seiner Familie und dem Hofstaat, wurde durch König Georg V der Gefallenen Langensalza gedacht. Zum besseren Verständnis führte der einstige „Bürgermeister Kempe“ in das Zeitgeschehen um 1865 ein.

Der Wilhelmsgarten war fest in der Hand historischer Darsteller. Ein Biwak mit den 3. Französischen Zouaven sowie den Geithainer Ulanen und Großenhainer Husaren gab Einblicke in das Leben im Feld. Mit dabei waren unter anderem die Thüringer Ulane, Seydlitzkürassiere, das 10. Husarenregiment Stendal, Hanseat. IR 75 Stade, das Westf. Husarenregiment Nr. 7 und das Sächs. Karabinier Reg., das Eisfelder Musik-Corps und die Visbecker Reiter-Fanfaren begleiteten die Veranstaltung musikalisch.

Pünktlich zur Ankunft des Kaisers hörte es dann auf zu regnen. Mit Hochrufen wurden die Akteure von Zuschauern begrüßt. Zwei Wachtmeister sorgten für Zucht und Ordnung und moderierten die Veranstaltung gemeinsam mit Bürgermeister Kempe. Ein Kinderchor sang zur Begrüßung „Der Kaiser ist da, wir freuen uns...“, und nach Abnahme der Parade folgte ein Spaziergang aller Darsteller zum Kirchplatz. Am Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen wurde ein Kranz niedergelegt (der danach gestohlen wurde!).

Zurück im Wilhelmspark gab es ein buntes Programm – trotz immer wieder einsetzenden Regens. Lehrer Bido demonstrierte eine Schulstunde, ein Papiertheater zeigte Hänsel und Gretel, im Kuchenzelt wurde gezeigt, wie Scherenschnitte entstehen, die Altmarksänger erfreuten mit volkstümlichen Lieder und die Eisfelder gaben ein Platzkonzert.

Schwer hatte es die Tanzgruppe: Sie zeigte alte Tänze auf dem Rasen, weil es auf der Tanzfläche nicht möglich war. Interessant war die Vorstellung der verschiedenen Uniformen, während die historische Modenschau ein Regenopfer wurde. Die historische Löschübung war nach den Salutschüssen der Uelzener Vorderladerschützen ein Hingucker.

Stimmungsvoller Abschluss: die Serenade mit dem Eisfelder Musikzug.

Von Gudrun Kiriczi

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