Nach dem Einbruch: Geschäftsinhaber kritisiert Besetzung der Bad Bevenser Polizeiwache

Juwelier fordert mehr Sicherheit

Die Eingangstür des Juweliers an der Lüneburger Straße haben die Täter beschädigt. Die Tür muss ausgetauscht werden.

Bad Bevensen. 50 000 Euro Schaden und ein zerstörter Eingangsbereich – das ist der materielle Schaden, den Diebe vergangene Woche in dem Juweliergeschäft von Bernd Busse hinterlassen haben.

Hinzu kommt nun der emotionale Faktor: Busse fühlt seinen Besitz nicht genügend geschützt. „Ich denke, Diebe haben hier leichteres Spiel, weil die Polizeistation nicht durchgängig besetzt ist“, spricht der Ladeninhaber nun aus, was er bereits seit mehreren Jahren denkt. Denn 2003 wurde sein Geschäft in der Bad Bevenser Innenstadt, das er 1993 von seinem Vater übernommen hat, schon einmal überfallen. „In 20 Jahren ist mir das nun zum zweiten Mal passiert“, resümiert der Ladenbesitzer. „Im Punkt Sicherheit muss in Bad Bevensen etwas gemacht werden. “.

Die Täter brachen gegen 3 Uhr über die Tür und ein Schaufenster in das Juweliergeschäft an der Lüneburger Straße ein. Ausschließlich auf Goldschmuck, der im Schaufenster ausgestellt war, hatten sie es abgesehen. Nach Polizeiangaben flüchteten die Diebe zu Fuß durch die Fußgängerzone in Richtung des Kurhaus-Parkplatzes. Dort verloren sie in der Hektik sogar noch Teile der Beute (die AZ berichtete). „Die Alarmanlage hatte ausgelöst und ich erhielt eine Nachricht auf mein Handy“, berichtet Busse. Er machte sich direkt nach der Alarmierung auf den Weg zu seinem Geschäft. Dort angekommen, rief er die Polizei. „Die Polizeistation in Bad Bevensen war zu dem Zeitpunkt aber nicht besetzt. Also mussten Polizisten aus Uelzen kommen. Das dauert dann natürlich länger, als wenn sie vor Ort wären.“

Einen Zusammenhang zwischen dem Diebstahl im Bad Bevenser Juweliergeschäft und der Besetzung der dortigen Polizeistation sieht Polizeipressesprecher Kai Richter, anders als Busse, nicht: „Einbrüche passieren auch in unmittelbarer Nähe zu Polizeiwachen. Es reichen wenige Minuten, um das Nötigste zusammenzuraffen.“

Er betont, dass in der Kurstadt nicht von einem erhöhten Kriminalitätsaufkommen gesprochen werden kann. Die Dienststellen seien bedarfsgerecht besetzt – für Bad Bevensen, Bienenbüttel und Himbergen seien knapp 20 Mitarbeiter in der Kurstadt stationiert. Rund um die Uhr sei zudem täglich die Polizeistation in Uelzen besetzt. Außerdem sei die Polizei unter anderem durch Streifenwagen im Landkreis präsent. „Wir versuchen Präsenz zu zeigen, arbeiten aber auch lageorientiert“, skizziert Richter den Spagat der Beamten und versichert zugleich: Wenn es eine Häufung von Fällen in Bad Bevensen gäbe, würden die Einsatzkräfte der Polizei in der Kurstadt verstärkt werden.

Hinsichtlich des Einbruchs von der vergangenen Woche dauern die Ermittlungen an. Hinweise nimmt weiterhin die Polizei in Uelzen unter (05 81) 93 00 entgegen.

Busse habe inzwischen mit Politik und Verwaltung der Kurstadt Kontakt aufgenommen – und sei dort auf offene Ohren gestoßen: „Sie haben Verständnis gezeigt und wollen sich umhören, was möglich ist.“

Von Wiebke Brütt

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