Sie wollen die Sicht der Jugend in die Kommunalpolitik bringen

Unter Zwanzigjährige ziehen in die Räte in Bevensen-Ebstorf ein

Yuma Elisa Jaernecke (SPD)
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Yuma Elisa Jaernecke, mit 18 Mitglied im Bevenser Stadtrat
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Die Bürger haben gewählt. Wenn im November die neuen Räte in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf zusammentreten, dann tauchen auch einige sehr junge Gesichter auf. Drei der frischgebackenen Kommunalpolitiker sind sogar nicht älter als 20. Die AZ hat mit einigen von ihnen darüber gesprochen, warum sie sich in der Politik engagieren, was sie erreichen wollen und welche Erfahrungen sie mitbringen.

Bevensen-Ebstorf – „Ich habe gemerkt, dass viele junge Leute an Politik interessiert sind. Das merkt man an Fridays for Future“, berichtet Yuma Elisa Jaernecke. „Mein persönlicher Antrieb ist, dass ich mich sehr für soziale Themen interessiere.“ So brachte sich die Zwölftklässlerin der KGS Bad Bevensen zunächst bei der SPD-Jugendorganisation, den Jusos, ein und ist eine von deren Sprecherinnen. Sie war noch 17, als sie sich in diesem Jahr für den Bevenser Stadtrat aufstellen ließ.

„Ich will Einfluss in unserer schönen Stadt haben und sie aus einem jüngeren Blickwinkel mitgestalten“, erklärt die Nachwuchspolitikerin, die sich ehrenamtlich im Bevenser Jugendzentrum engagiert. Gerade die Bemühungen des Jugendparlaments um einen Treffpunkt zeigten, dass die Interessen der jungen Generation stärker berücksichtigt werden müssten. „Ich gehe ganz motiviert rein und hoffe, viel zu bewegen“, sagt die 18-Jährige, deren Mutter fünf Jahre im Stadtrat saß.

Johannes Flügge: mit 19 Jahren in den Ebstorfer Fleckenrat gewählt

„Die Repräsentanz von jungen Leuten fehlt total. Wenn eine Entscheidung im Rat fällt, dann aus Sicht von 40- oder 60-Jährigen“, moniert Johannes Flügge aus Ebstorf. Die Interessen der jungen Generation, etwa hinsichtlich von Treffpunkten oder Busverbindungen, kämen deshalb auch zu kurz. Er will das ändern und zieht mit 19 in den Ebstorfer Fleckenrat ein.

Um die Sicht der Jungen einzubringen, ist Flügge in die SPD eingetreten. Aktuell ist der Schüler der KGS Bad Bevensen einer der Juso-Sprecher und sogar Mitglied im Unterbezirksvorstand der SPD. Bei den Protesten von Fridays for Future in Uelzen engagierte er sich zeitweise als Sprecher. Einflussmöglichkeiten im Sinne des Klimaschutzes sieht er nicht nur in der großen Politik. „Im Kleinen fängt es an“, sagt Flügge.

Außerdem ist der 18-jährige Robin Grasse für die SPD in den Samtgemeinderat eingezogen. Er war vorher Vorsitzender des Jugendparlaments in Bad Bevensen.

Jannis Walther, bereits fünf Jahre Ratsherr im Bevenser Stadtrat

In jungen Jahren in die Kommunalpolitik – das lohnt sich, zieht Jannis Walther Bilanz, der bereits fünf Jahre Mitglied im Bevenser Stadtrat war. „Man trifft Entscheidungen, die vor Ort Auswirkungen haben“, fasst er zusammen. Ihn und seine Generation beschäftigt vor allem der Klimaschutz. „Das dauert alles, aber es sind konkrete Dinge, die man vor Ort bewegen kann“, meint der Jura-Student, der heute 22 Jahre alt wird. Auch die Zusammenarbeit mit den in der Regel Jahrzehnte älteren Kommunalpolitikern sei kein Problem gewesen. „Das war Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, findet Walther. Und die Kommunalpolitik biete viele faszinierende Themen.

Den jungen Leuten, die jetzt wie er den Sprung in die Politik wagen, rät er: „Manchmal ruhig sein eigenes Ding durchziehen und nicht nur das ‘Haben-wir-schon-immer-so-gemacht’ hören.“

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