Jugendliche trainieren für das höchste Leistungsabzeichen der Jugendwehr

Wer Leistungsspange der Jugendfeuerwehr will, muss  Allrounder sein.

Nicht den Stab berühren, in ordentlicher Reihe antreten: Bei den Übungen zählt nicht nur Leistung, sondern auch die Optik.

Bad Bevensen. Kugelstoßen, 1500-Meter-Staffellauf, Allgemeinbildung, Löschübung und Schnelligkeitstest – wer die Leistungsspange der Jugendfeuerwehr erwerben möchte, muss ein echter Allrounder sein.

Kugelstoßen ist eine der Disziplinen, in der die Jugendlichen gemeinsam Punkte holen müssen.

So könnte der Laie meinen, der sich den Aufgabenkatalog anschaut, der zum Erwerb des höchsten Leistungsabzeichens der jungen Brandschützer führt. Doch mehr noch als Einzelleistung ist hier Teamgeist gefragt: „Einer ist vielleicht stark im Laufen, der andere nicht. Um bei der Leistungsspange Punkte zu holen, müssen die Starken für die Schwachen einspringen“, erklärt Dietmar Radau – und er muss es wissen: Seit knapp zehn Jahren sitzt er in der Jury des Abzeichens und nach jahrelangem Einsatz in der Ortswehr Bevensen ist er heute stellvertretender Samtgemeinde-Jugendwart. Wie schwierig es ist, Jugendliche zu regelmäßigen Treffen und Trainings zu motivieren, wissen er und Bevensens stellvertretender Jugendwart Benjamin Thormählen zu Genüge. „Man muss einen Draht zu den Jugendlichen finden. Jugendfeuerwehr ist mehr als Feuerwehr, das ist Jugendarbeit“, sagt Radau. Und Thormählen pflichtet bei: „Es gibt zu viele Angebote. Ich denke, der beste Weg ist immer, nicht von oben herab zu kommen, sondern selber vorzumachen“, sagt er und zieht sich die Schnürsenkel fest. Staffellauf steht auf dem Trainingsplan.

Bei der Schlauchübung ist von allen Schnelligkeit und Koordination gefragt.

Mit Thormählen trainieren neun junge Nachwuchsbrandschützer zwischen 15 und 18 Jahren auf dem Sportplatz der Kooperativen Gesamtschule Bad Bevensens. Zum ersten Mal seit Jahren stellt eine Jugendfeuerwehr im Landkreis ein eigenes Team für die Leistungsspange – neun gehören der Ortswehr Bad Bevensen und einer der Emmendorfer an. Üblich sei es, so erklären es Thormählen und Radau, dass sich die Jugendlichen aus mehreren Wehren der Samtgemeinde zusammenfinden. Denn so wie die meisten Vereine, haben auch die Jugendfeuerwehren Nachwuchssorgen. Hinzu kommt, dass bei der Leistungsspange nur die Älteren (ab 15 Jahre) antreten dürfen – grundsätzlich gehen die Mitglieder der Kinderfeuerwehr ab dem zehnten Lebensjahr in die Jugendfeuerwehr.

Ende September werden die körperlichen und geistigen Fähigkeiten für die Leistungsspange abgeprüft – dann werden die Jugendlichen zwei Monate lang zweimal in der Woche trainiert haben. Warum der Einsatz? Mit mehreren Übungsgängen, in denen sie ihre fünf Kilogramm schwere Kugel durch die Luft geschleudert haben, in den Armen; dem Staffellauf in den Beinen; der Schlauchübung in Kopf und Händen findet Philipp Zackariat ohne zu zögern die Erklärung: „Ich fand es schon immer cool, mich ehrenamtlich zu engagieren. Als Jugendlicher kann ich ja noch nicht in der aktiven Wehr einsteigen – aber das hier ist eine gute Vorbereitung darauf“, sagt der 16-jährige Bevenser, während hinter ihm der Gefahrgutzug Nord mit Feuerwehrleuten aus der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf und Bienenbüttel übt. Und Manuel Wolter (17) ergänzt: „Die Kameradschaft macht einfach Spaß – das ist anders als in normalen Vereinen.“

Von Wiebke Brütt

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