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Kulturverein wagt Neuanfang: Bürger sollen Vorschläge fürs Programm machen

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Das Wendland-Sinfonieorchester bei einem Auftritt im Bevenser Kurhaus.
Die beliebten Konzerte des Wendland-Sinfonieorchesters sollen auch weiter über die Bevenser Kurhaus-Bühne gehen. Aus den Vorschlägen der Bürger will der Kulturverein ein neues Programm entwickeln. © archivfoto: bautsch-ludolfs Freier Mitarbeiter

Auflösung zum 31. Dezember, dieser Vorschlag des Vorstands sorgte im Frühjahr für Aufregung in Bad Bevensen. Der Kulturverein, 1954 gegründet, ist eine Institution in der Kurstadt – doch die Abozahlen gehen seit Jahren zurück. Aufgeben wollten die Mitglieder dennoch nicht. Eine Arbeitsgruppe wurde gegründet, die Ideen entwickeln sollte. Nun gibt es einen Neuanfang: Ab Sonnabend werden die Bevenser zu ihren Programmwünschen befragt.

Bad Bevensen – „Jetzt wollen wir die Bürger mit beteiligen“, sagt Bürgermeister Jürgen Schliekau als Beisitzer des Vorstands. „Wir als Kulturverein sind ja für die Bevenser da. Wir sind völlig offen für die Vorschläge. Wir wollen daraus ein attraktives Programm entwickeln.“

Möglich sein sollen nicht nur klassische Bühnenveranstaltungen in den Bereichen Konzert, Theater und Comedy, sondern etwa auch Ausstellungen. Beliebte Programmpunkte wie die Neujahrs- und Pfingstkonzerte des Wendland-Sinfonieorchesters werden natürlich beibehalten.

Und wo Künstler außerhalb der Möglichkeiten des Kulturvereins liegen, will der Vorstand Fahrten zu den Veranstaltungen organisieren, ob nach Hamburg zum Ohnsorg-Theater oder zur Elbphilharmonie oder zu Veranstaltungen des Kulturkreises Uelzen oder des Heimat- und Kulturkreises Ebstorf. Auch eine Kooperation mit dem Bevenser Verein Vakuum kann sich Schliekau vorstellen.

Jürgen Schliekau.
Jürgen Schliekau, Bürgermeister in Bad Bevensen und Beisitzer des Kulturvereins. © Sternitzke, Gerhard

Nicht nur im Programm wird sich etwas verändern. „Wir werden das Abomodell aufgeben“, kündigt Schliekau. „Es hat sich nicht bewährt. Die Zahl der Abonnenten ist ständig gesunken.“ Immer weniger Kulturinteressierte möchten sich dauerhaft an einen Anbieter binden.

„Der Kulturverein konzentriert sich auf die Einwohner.“

Jürgen Schliekau, Beisitzer

Auch das Profil will der Vorstand schärfen. Die Wahrnehmung des Vereins habe gelitten. Der normale Besucher hat häufig nicht mehr wahrgenommen, welche Veranstaltungen vom Kulturverein und welche von der Bad Bevensen Marketing (BBM) angeboten wurden, zumal Letztere mit der Durchführung beauftragt ist. „Das Hauptaugenmerk der BBM liegt auf den Touristen. Der Kulturverein konzentriert sich auf die Einwohner“, stellt nun Bürgermeister Jürgen Schliekau klar. „Und da muss man die Einwohner mitnehmen.“

Die Abgrenzung ist kein Grund für eine Trennung von der BBM. Deren Geschäftsführer Gerhard Kreutz ist neuer Vorsitzender, der technische Leiter Jan Brötzmann fungiert als Programmmanager. „In der Umsetzung ist die BBM einfach unschlagbar“, lobt Schliekau die Veranstaltungsexperten.

Die Aufregung über eine mögliche Auflösung des Bevenser Kulturvereins erweist sich im Nachhinein als heilsamer Schock, der für Aufbruchsstimmung sorgt, wie Schliekau berichtet. „Wir haben aufgrund der Neuorientierung bereits erste Eintritte zu verzeichnen.“ Die Mitgliedschaft soll sich im Übrigen auch lohnen, weil es vergünstigten Eintritt zu den eigenen und Veranstaltungen der BBM sowie bei Fahrten gibt.

„Den Kulturverein aufgeben ist für mich keine Option“, sagt Schliekau mit Überzeugung. „Dafür ist Kultur zu wertvoll.“

Bürger können im August Programmvorschläge per Mail schicken

• Bevenser Bürger, aber auch Kulturinteressierte aus der Umgebung sind aufgerufen, Vorschlage für das zukünftige Programm des Kulturvereins zu machen. Bis Ende August können sie per E-Mail unter kulturverein@bad-bevensen.de eingesandt werden. Postanschrift: Bad Bevensen Marketing GmbH/Kulturverein, Dahlenburger Straße 1, 29549 Bad Bevensen.

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