Alte Menschen erzählen vom Volksglauben ihrer Vorfahren rund um die sogenannten „zwölf Nächte“

Jetzt bloß nicht Wäsche aufhängen!

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Wäsche waschen oder gar im Freien zum Trocknen aufhängen – das vermieden die Menschen früherer Zeiten in den sogenannten „zwölf Nächten“ zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag.

Bad Bevensen. „Jetzt wird keine Wäsche gewaschen und schon gar nicht draußen aufgehängt“, darüber ist sich die ältere Bauersfrau aus einem Bevenser Ortsteil sicher.

„Das macht man einfach nicht!“ Warum das so ist, weiß sie nicht, aber praktiziert wird diese Regel schon seit Generationen.

Die Zeit zwischen den Jahren und die sogenannten „zwölf Nächte“ zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag – andernorts auch Rauhnächte genannt – spielen im Volksglauben eine wichtige Rolle. Ältere Bewohner können davon erzählen, oft jedoch nur noch vom Hörensagen.

Die Entstehung und heutige Bedeutung der Redewendung „zwischen den Jahren“ hängt mit den unterschiedlichen Festlegungen des Jahreswechsels zusammen, die es bis in die frühe Neuzeit hinein gab. Die Bezeichnung hat also einen historischen Hintergrund. Heute nehmen sich in dieser Zeit viele Menschen Urlaub. Der Resturlaub und wenige Brückentage machen das möglich.

Wie schon in ganz frühen Zeiten ist Nichtstun und Besinnlichkeit sowie Rückschau angesagt. Dereinst musste auch das Backen, Spinnen und Putzen vor den besagten zwölf Tagen abgeschlossen werden. Das Haus sollte in Ordnung sein, die Hausfrau ruhen. Damit werden auch die lange haltbaren Backwaren wie der Weihnachtsstollen erklärt, der natürlich vor den Festtagen bereitet wurde und über die ganzen Tage hielt. Eine Zeitspanne des Wandels, des Wechsels, der Übergangszeit.

In Gesprächen mit alten Menschen vor Ort ergeben sich weitere ungeschriebene Regeln früherer Generationen. „Die Maschinen müssen alle vom Acker sein, sonst kommt der Helljäger“, weiß ein Altbauer aus Niendorf von seinem Großvater. Auch sollte nicht ausgemistet werden, und vor allem kein Mist aufs Feld gebracht werden. Es heißt ebenso, dass nicht vom Hof gefahren werden sollte.

Die Menschen waren auch überzeugt, dass die Witterung der zwölf Tage zwischen Weihnachten und Drei Könige Hinweise auf das Wetter der entsprechenden Monate gab.

Zu Silvester, dem Jahreswechsel gibt es noch reichlich Orakel, vom Bleigießen, das symbolisch etwas Persönliches für das kommende Jahr prophezeit, bis hin zum Böllern und Krachmachen, um böse Geister und Dämonen zu vertreiben.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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