Nach Unfall mit Rübenlaster: Anwohner machen sich Sorgen um die Sicherheit

Jastorfer fordern Tempo 30

+
Anna-Lena Neumann und Thomas Fölski beklagen, dass viele Fahrzeuge auf der Jastorfer Schützenstraße zu schnell unterwegs sind. Vor allem für Kinder sei der Weg durchs Dorf gefährlich. 

Jastorf. Eine Bremsspur auf der Schützenstraße. Sie ist breit und gehört zu einem Lkw. Vorigen Freitag hört Thomas Fölski ein Quietschen, dann einen Knall. Kinder weinen und schreien. Er befürchtet das Schlimmste.

Das, wovor er und seine Nachbarn sich schon lange sorgen.

Glücklicherweise sind die Kinder nicht verletzt. Sie saßen in einem Auto, das auf ein Grundstück einbog. Ein vollbeladener Rübenlaster konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und rammte den Wagen am Heck. Ein paar Scherben liegen noch auf dem Fußweg. Fölski und seine Nachbarin Anna-Lena Neumann fordern jetzt, dass die Behörden endlich etwas tun, um die Straße sicherer zu machen.

„Die kommen von der Bergkuppe runter. Die lange Strecke verleitet zum Rasen“, erklärt Anna-Lena Neumann. Wenn die Rübenlaster vorbeidonnern, wackelt das Haus. Kaum jemand fährt hier 50. „Wenn Lkw aus der anderen Richtung kommen, nehmen sie gern mal den Bordstein mit“, hat die junge Mutter beobachtet. „Wenn man abends mit dem Hund geht, muss man aufpassen, dass man nicht plattgefahren wird.“

Es ist der einzige Weg, auf dem sie mit den beiden Kindern im Alter von drei Jahren zum Spielplatz gehen kann, weil der Gehweg auf ihrer Seite unterbrochen ist. „Die Schulkinder müssen auf dem Weg zur Bushaltestelle zweimal über die Straße“, schildert sie die Gefahrensituation.

„Es sind nicht alle“, sagt Thomas Fölski. „Aber es gibt welche, die hier durchbrettern.“ Neben Autos und Rübenlastern sind das in der Erntezeit auch Traktoren, die mit dem Häckselgut in haushohen Erntewagen durchs Dorf rauschen. Fölski hat schon vor knapp 20 Jahren im Dorf Unterschriften gesammelt, um zu erreichen, dass der Landkreis auf der Kreisstraße Tempo 30 einführt. Passiert ist seitdem nichts.

„Da es sich bei der Schützenstraße um eine Kreisstraße handelt (K 41), ist dort eine Tempo-30-Zone nach der Straßenverkehrsordnung nicht zulässig“, stellt Landkreis-Sprecher Martin Theine klar. „Der Landkreis Uelzen führt in unregelmäßigen Abständen Geschwindigkeitskontrollen auch in der Schützenstraße in Jastorf durch – zuletzt war dies erst in der vergangenen Woche der Fall.“ Dabei seien auch vereinzelt Geschwindigkeitsverstöße festgestellt worden. Im Vergleich zu anderen Mess- und Kontrollstellen sei das Ergebnis jedoch nicht auffällig, so Theine. „Eine besondere Situation liegt dort aus Sicht des Landkreises Uelzen also nicht vor.“

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare