Ein Jahreswechsel in der Klinik

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Mit einem Cocktail stießen Patienten und Angehörige, die den Jahreswechsel im Herz- und Gefäßzentrum verbringen mussten, auf das neue Jahr an.

Bad Bevensen - Von Ute Bautsch-Ludolfs. Festliche Kleidung, ein besonderes Menü, Spaß und Unterhaltung vor Mitternacht, dann prickelnder Sekt zum Anstoßen und Neujahrswünsche sowie leckere Berliner. Bei vielen hat es sicher ähnliche „Zutaten“ für die letzten Stunden des alten Jahres 2010 und den Beginn des neuen Jahres gegeben. Doch für über 160 Menschen verlief diese Silvesterfeier an einem Ort, an dem sie sich sicherlich ein Jahr zuvor nicht aufzuhalten glaubten: in der Klinik. Genauer gesagt in der Reha-Klinik des Herz- und Gefäßzentrums Bad Bevensen. Sei es nun als Patient oder Angehöriger.

„Dass ich die Feiertage hier verbringe und so nett und fürsorglich durch sie geleitet werde, hätte ich nicht gedacht. Dafür danke ich, denn es ist alles andere als selbstverständlich für eine Klinik“, sagt Patientin Brunhilde Kluth aus Eschede bei Celle. Ein paar Tränen schimmern in ihren Augen, während sie erzählt. „Es ging ganz schnell. Facharztuntersuchung. Einweisung und vor dreieinhalb Wochen hier die Herz-OP. Vor Weihnachten und den Festtagen hatte ich ganz schön Angst und dachte, dass ich das alles nicht schaffen würde.“ Doch, sie hat es geschafft.

Aufgrund der Wetterverhältnisse konnte ihr Mann Heiligabend nicht kommen, aber es waren andere da, die ihr beistanden. „Der ökumenische Gottesdienst war toll und dann die Feier, mit all den schönen Weihnachtsliedern…“ Auch dabei waren Reinhild und Ingo Zittlau aus Uelzen. Schon seit acht Jahren begleiten sie mit Musik, Gesprächen und einfach Dasein die Patienten an den Feiertagen.

„Silvester war einfach toll“, berichtet Brunhilde Kluth weiter. „Ich habe das gesamte Programm mitgemacht und genossen, musste zwischendurch mal ein paar Schmerztropfen nehmen – aber das war egal. Wie lange habe ich Silvester nicht so schön gefeiert!“ In den Jahren zuvor saß sie in der Nacht des Jahreswechsels mit ihrem Mann einfach vor dem Fernseher. „Heute morgen beim Blutdruckmessen haben wir noch begeistert erzählt, was hier Schönes für uns gemacht wurde“, so Brunhilde Kluth weiter, die sich den ersten Tag ohne „Rolli“ fortbewegt.

„Dass ein solches Programm neben der medizinischen Therapie dazugehört, ist elementarer Teil des Heilungsprozesses“, erklärt Susanne Gruner, Leiterin des Mosaik Aktiv-Forums des HGZ. „Wir haben vor Jahren begonnen, im Rahmen der ganzheitlichen Patientenfürsorge Kunst und Kultur im Haus zu etablieren, somit Abwechslung zu bieten und dies auch öffentlich“, so die Freizeitbeauftragte der Klinik weiter, die rund 500 Veranstaltungen organisiert, vom Liederabend bis zum großen Event. Ihr zur Seite standen jetzt in der Neujahrsnacht Frank Bräuer, das Ehepaar Zittlau, die Zauberhexe und weitere Helfer.

Auch in der Küche und im Service war für das Wohl insbesondere am Silvesterabend gesorgt. Nach einem fruchtigen Begrüßungscocktail wurde eine Waldpilz-Cremesuppe serviert und dann das Büfett eröffnet, das glasierte Schweinemedaillons, Stremellachs, Käse, Salate, diverse Brotsorten und besondere Desserts bot. Die Silvesterfeier stand unter dem Motto „Reise durch die Zeit“ mit Rückblicken auf vergangene Jahrzehnte, Filmklassiker, Tanz, Ratespiel, Musik, Liedern zum Mitsingen und Schunkeln sowie einer Spaßtombola mit witzigen Preisen. So steckte hinter dem Gewinn „Heizungsanlage“ eine Schachtel Streichhölzer oder hinter der „Putzhilfe für ein halbes Jahr“ ein Scheuerlappen.

„Am liebsten würde ich nächstes Jahr zu Silvester wiederkommen – aber als Gast“, freut sich Brunhilde Kluth über die gelungenen Tage.

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