Jede Woche kommen neue Schüler zur Fritz-Reuter-Schule / Sprachlernklasse für Flüchtlinge

Integration leben und lernen

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Schüler des Teamerkreises und der Sprachlernklasse haben gemeinsam das Transparent beschrieben.

Bad Bevensen. Jede Woche kommen neue Flüchtlinge in den Landkreis Uelzen. Und das hat auch Auswirkungen auf die Bad Bevenser Fritz-Reuter-Schule, die größte Schule im Landkreis.

„Ganz aktuell ist die Situation davon geprägt, dass nahezu jede Woche neue Schüler, hauptsächlich aus Syrien, kommen“, berichtet Lehrer Andreas Steiner. Seit Mitte vergangenen Jahres leitet er zusammen mit seiner Kollegin Alexa Gebauer die Sprachlernklasse an der Schule.

„Das ist natürlich eine Herausforderung“sagt Steiner. „Da kommen ständig neue Schüler in unterschiedlichem Alter mit völlig verschiedenen Kenntnissen.“ Mit einigen könne man Englisch sprechen, andere hätten allein schon mit den deutschen Schriftzeichen große Probleme. „Zum Glück können wir die ‘älteren’ Syrer recht gut als Übersetzer einsetzen, dann helfen sie sich gegenseitig.“

Die meisten Schüler hätten ein großes Interesse daran, ganz schnell Deutsch zu lernen, sagt Andreas Steiner. 2014 habe es angefangen mit Schülern aus Afghanistan, Indien und Syrien. Fast alle von ihnen gingen inzwischen in die Regelklassen. So sieht es das Konzept auch vor.

Die Schüler haben zunächst in der Sprachlernklasse Unterricht, aber es gibt sogenannte Kontaktklassen, mit denen sie Sport, Werken, Musik und Kunst zusammen machen, um möglichst früh auch soziale Kontakte zu deutschen Kindern aufzubauen. Derzeit kommen die Schüler der Sprachlernklasse aus Albanien, Rumänien, Bulgarien, Montenegro, Irak und Syrien. Auch eine Deutsch lernende Französin ist dabei.

„Gerade die syrischen Jungen berichten von völlig zerstörten Heimatorten, Häusern“, wissen Andreas Steiner und Alexa Gebauer. „Einige von ihnen haben sich sogar allein bis hierher durchgeschlagen.“ Für viele der Lehrkräfte hört der Unterricht dieser Sprachlernklasse allerdings nicht an der Klassentür auf: Auch private Hausbesuche und sonstige Hilfestellungen stehen regelmäßig bei ihnen an.

Steiner: „Es ist uns ein Anliegen und Aufgabe, gerade vor dem Hintergrund der möglicherweise traumatischen Fluchterlebnisse, diese Kinder und Jugendlichen willkommen zu heißen, Geburtstage zu feiern, aus den einzelnen Kindern eine Gemeinschaft zu machen, Rituale zu entwickeln.“

Daran, dass ein Miteinander entsteht, arbeitet auch der sogenannte Teamerkreis an der Schule. Er wurde von allen Sprechern jeder Klasse gewählt. Und als ein erstes sichtbares Zeichen für die Gemeinschaft haben seine Mitglieder und Schüler der Sprachlernklasse zusammen ein riesiges Transparent gefertigt, auf dem das so gewichtige Wort „Willkommen“ in vielen verschiedenen Sprachen steht.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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