Mütter machen sich stark für den Erhalt des DRK-Waldkindergartens in Bad Bevensen

„Immer wieder Wald“

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Mütter, Kinder und Erzieherinnen wünschen sich, dass der DRK-Waldkindergarten in Bad Bevensen erhalten bleibt.

Bad Bevensen. Ein Stück Baumrinde und ein Seil, ein bisschen Moos und ein paar Tannenzapfen oder einfach ein paar dicke Schuhe und der weiche Erdboden unter den Füßen, und die Kinder sind für eine ganze Weile glücklich und beschäftigt.

Der DRK-Waldkindergarten in Bad Bevensen bietet den Mädchen und Jungen seit nunmehr fünf Jahren neben der Vorbereitung auf die Schule auch Naturerlebnisse. Doch der Einrichtung, die ihr Domizil in einem Bauwagen im Waldgebiet in den Sandschellen hat, droht, wie berichtet, das Aus: Nur zwei Kinder wurden für diesen Sommer angemeldet. Von den derzeit zehn Waldkindern werden neun eingeschult. Aus Sicht der Mütter von den jetzigen Waldkindern wäre das ein immenser Verlust.

„Die Kinder lernen hier die Natur besser schätzen“, sagt Heike Strehlau, „sie können hier mit wenig ganz viel erleben.“ Die Mutter lässt bereits ihr zweites Kind im Waldkindergarten betreuen. Als ihre erste Tochter vor sieben Jahren auf die Welt kam, hat sie schon darauf gewartet, dass die Einrichtung endlich ihren Betrieb im Wald aufnimmt. „Für mich war völlig klar, dass ich nichts anderes für meine Kinder wollte.“

Auch für Angie Seidel-Schult gab es kein Überlegen. „Die Gruppe ist nicht so groß, die Kinder sind weniger krank und stecken sich nicht so schnell gegenseitig an“, schildert sie das, was sie so an dem Waldkindergarten schätzt. Und als in diesen Tagen Fasching gefeiert wurde – in den Räumen von Gebäuden – da sei das für die Kinder fast ungewohnt gewesen. Die Mädchen und Jungen erlebten im Wald ein gewisses Gefühl von Freiheit. Und wenn der Trubel auch da mal zu viel werde, „können die sich einfach über einen Baumstamm baumeln lassen“, sagt Angie Seidel-Schult, „das ist eine ganz andere Ruhe.“

Bei den beiden Erzieherinnen Jasmin Waltje und Christiane Selter seien die Kleinen immer gut aufgehoben, betonen die Mütter. Und auch untereinander, in der Elternschaft, herrsche ein besonderes Miteinander. „Das ist ein ganz anderer Zusammenhalt“, findet auch Heike Enczmann, deren Nachwuchs ebenfalls den Waldkindergarten besucht. Was sie besonders misslich findet: „Es gäbe ja Kinder, aber nicht für diesen Sommer, sondern erst für nächstes und übernächstes Jahr.“

Heike Strehlau, Angie Seidel-Schult, Heike Enczmann und die anderen Mütter der Waldkinder wünschen sich für den Waldkindergarten und vor allem für viele weitere Bad Bevenser Mädchen und Jungen, dass die aktuelle Durststrecke überwunden wird. „Die Eltern sollen einfach mal gucken kommen“, appellieren sie, sich ein Bild von dem Bauwagen mit seinem Holzofen, dem Sitzkreis aus Baumstümpfen und den vielen Aktivitäten unter freiem Himmel zu machen.

Gelegenheit dazu hätten interessierte Mütter und Väter dazu in einer Schnupperwoche vom 27. bis 31. März. Dann kann der Waldkindergarten jeweils zwischen 8.15 und 12.30 Uhr ohne Voranmeldung besucht werden. Denn obwohl eigentlich der Anmeldeschluss für neue Waldkinder mit Ablauf des Februars zu Ende gegangen ist, habe man noch eine Fristverlängerung bis Ende März ausgehandelt, verrät Jasmin Waltje.

Auch einen Aktionstag hat das Waldkindergarten-Team vorbereitet: Am Mittwoch, 29. März, geht es von 14 bis 17 Uhr rund am Bauwagen. Es gibt Kinderschminken und die DRK-Bereitschaft stellt sich vor, Motorsägenkünstler Andree Löbnitz ist in Aktion, es gibt einen Nagel-und-Faden-Workshop für Kinder und ganz viele Informationen rund um den Alltag im Waldkindergarten. Und die Waldkinder-Mütter hoffen, dass danach weitere Eltern eines Tages genau das sagen, was sie selbst aus tiefer Überzeugung feststellen: „Wir würden immer wieder Wald wählen.“

Von Ines Bräutigam

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