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Radverkehrskonzept für Bad Bevensen schlägt Bedarfsampel und Öffnung des Bahnhofstunnels vor

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Stadtdirektor Martin Feller mit Fahrrad an der Kreuzung.
Stadtdirektor Martin Feller ist häufig auch dienstlich mit dem Rad unterwegs. An der Kreuzung Lindenstraße/Klein Bünstorfer Straße fehlt eine Bedarfsampel für den Radverkehr. © Sternitzke, Gerhard

Ein Auto nach dem anderen. Der Verkehr auf der Klein Bünstorfer Straße reißt nicht ab. Mit dem Fahrrad ist kein Rüberkommen von der Lindenstraße in die Bergstraße. Im Gegenteil, ein abbiegender Wagen schneidet die Kurve, dicht an Stadtdirektor Martin Feller vorbei, der regelmäßig auch dienstlich mit dem Rad unterwegs ist. Erfahrungen wie diese sollen nun in einem neuen Radwegekonzept der Kurstadt aufgegriffen werden, an dem auch der ausgeschiedene Fahrradbeauftragte Rolf Hartmann beteiligt war.

Bad Bevensen – Bereits die erste Auflage 2006 brachte wichtige Verbesserungen für Radfahrer. So wurde das Radfahren in der Fußgängerzone und gegen die Fahrtrichtung in Einbahnstraßen erlaubt. Zudem wurde eine Radverbindung durch den Kurpark angelegt. In dieser Richtung soll es weitergehen. So schlägt der Planer vor, die Unterführung am Bahnhof für Radfahrer freizugeben.

Fahrräder fahren da, wo sie durchkommen

Stadtdirektor Martin Feller

„Fahrräder fahren da, wo sie durchkommen“, erklärt Stadtdirektor Feller. Verbote führten da nur zu Konflikten. Der Trend in der Verkehrsplanung gehe auch aus grundsätzlichen Gründen zum „Shared Space“, dem von verschiedenen Verkehrsteilnehmern geteilten Raum, ob zwischen Autofahrern und Radfahrern wie auf der Medinger Straße oder zwischen Fußgängern und Radfahrern wie in der Fußgängerzone – oder zukünftig im Bahnhofstunnel, wenn der Stadtrat das Konzept beschließen sollte.

„Ich habe den Eindruck, dass das ganz gut funktioniert“, meint Feller. „Es gibt immer Menschen, die empfinden gemischten Verkehr als Gefährdungssituation. Es muss immer klar sein, das Radfahrer Rücksicht nehmen müssen.“ Bei Veranstaltungen in der Innenstadt müssten gegebenenfalls Schilder aufgestellt werden, damit Radfahrer dort schieben.

Beim Bahnhofstunnel, aber auch an der Lindenstraße geht es um wichtige Fahrtrouten von Radfahrern. „Wir haben bis heute jede Menge Wohngebiete entwickelt, haben neuen Wohnraum in der Innenstadt. Dadurch sind auch neue Verkehre entstanden“, sagt Feller. Besonders Ost-West-Verbindungen fehlten. Deshalb sieht der Konzeptentwurf neben dem gemischten Bahnhofstunnel eine Bedarfsampel an der Kreuzung Lindenstraße/Klein Bünstorfer Straße/Bergstraße vor.

Es geht aber auch um Hindernisse. „Es gibt kleine Barrieren, die man einfach abbauen kann“, sagt Feller. Gemeint sind die Bügel vor Fußwegen zwischen Straßen. Dabei sind auch neue Trends zu berücksichtigen. „Lastenfahrräder kommen da gar nicht durch“, weiß der Stadtdirektor. Grundsätzlich seien diese Wege breit genug, dass Fußgänger und Radfahrer sie gemeinsam nutzen können, meint Feller. „Man muss aber immer die Einzelsituation angucken.“

Wenn es nach Feller geht, könnte auch über eine Fahrradstraße diskutiert werden. Dort hätten die Radfahrer den absoluten Vorrang vor dem Autoverkehr. Zunächst wird das Konzept in einer der nächsten Bauausschussitzungen vorgestellt. Dabei geht es auch um Verkehrserziehung. „Ein Problem sind E-Bikes, die nicht der Koordination und Kraft der Fahrer entsprechen“. Deshalb sei Schulung wichtig.

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