Akita-Ino-Hündin aus Weste-Bahnhof fiel offenbar Nikotin-Ködern zum Opfer

Wer hat Eishun vergiftet?

Ein Bild von Hündin Eishun, die vergiftet wurde
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Akita-Ino-Hündin Eishun aus Weste-Bahnhof wurde offenbar mit Nikotin-Ködern vergiftet. Ein Labor fand den Stoff im Urin des verendeten Tiers.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Hündin Eishun ist qualvoll verendet. Sie wurde offenbar von einem Hundehasser in Weste-Bahnhof vergiftet. Und es war nicht die erste Attacke.

Weste-Bahnhof – Besitzerin Kerstin Noack bleiben von ihrer schneeweißen Akita-Ino-Hündin nur Bilder. Und die Wut, dass da jemand in Weste-Bahnhof sein könnte, der es auf die Hunde im Ort abgesehen hat.

Einer muss jetzt endlich den Mund aufmachen.

Kerstin Noack, Hundebesitzerin

„Elfriede sucht immer noch“, erzählt Kerstin Noack. Die 14-jährige West-Highland-Terrier-Hündin hat den Tod der Artgenossin noch nicht verarbeitet. Ganz apathisch sei das zurückgelassene Tier. Wer aber tut so etwas? Kerstin Noack will die Sache nicht auf sich beruhen lassen, erzählt davon, dass bereits früher Hunde im Ort vergiftet wurden. Sie hat Anzeige erstattet. „Einer muss jetzt endlich den Mund aufmachen“, sagt die 61-jährige Fitnesstrainerin.

Eine der Schlingen aus Stacheldraht, die in Weste-Bahnhof ausgelegt wurden.

Die sechsjährige Hündin sei kerngesund gewesen, es habe keinerlei Konflikte um das Tier gegeben. „Sie hat nicht gebellt. Sie war ein sehr ruhiger Vertreter“, erzählt Kerstin Noack. Nachdem Eishun ein erstes Mal nur am Tropf in der Tierarztpraxis überlebte, habe sie die Hündin nur noch mit Maulkorb ausgeführt. Also müsse der Köder am Grundstücksrand ausgelegt worden sein. An der Straße fand sie Schlingen aus Stacheldraht. Ein Exemplar hat sie auf der Polizeiwache in Bad Bevensen abgegeben.

Die erste Giftattacke ereignet sich im Dezember 2019. Eishun leidet an Krämpfen und speichelt, wie Dr. Katharina von Stern berichtet. Die Tierärztin, die in einer Praxis in Neetzendorf tätig ist, hat zunächst ein neues Rattengift im Verdacht. Als Kerstin Noack die Hündin ein zweites Mal bringt, gibt sie ein Gegenmittel. „Da hatten wir einen ziemlich deutlichen Verdacht“, sagt die Tierärztin.

Ich habe den Hund regelmäßig untersucht. Der war total fit.

Dr. Katharina von Stern, Tierärztin

Bei der dritten Vergiftung am 16. Juni kommt jede Hilfe zu spät. Eishun verliert das Gleichgewicht und fällt einfach um. Auf Wunsch der Besitzerin wird das Tier obduziert. „Wir konnten eine Verdickung im Herzmuskel und eine Einblutung im linken Lungenflügel feststellen“, sagt Dr. Katharina von Stern. Die Veränderung des Muskels ist ein typisches Zeichen für ein Herzversagen. Vorerkrankungen waren nicht bekannt. „Ansonsten waren die Organe unauffällig“, betont die Tierärztin. „Ich habe den Hund regelmäßig untersucht. Der war total fit.“

Klarheit bringt eine Urinprobe des verendeten Tiers. Das Labor findet Nikotin in der Probe. „Das würde für die Symptome ausreichen“, urteilt die Tierärztin. Herumliegende Zigaretten würden erwachsene Hunde nicht fressen. „Das muss man einpacken, damit ein Hund das frisst“, erklärt die Tierärztin.

Ein weiterer Hund mit Vergiftungserscheinungen

Einen weiteren Fall eines Hundes mit Vergiftungserscheinungen hatte die Tierärztin im April. Das Tier überlebte jedoch.
Die Polizei hat die Anzeige aufgenommen. Polizeisprecherin Antje Freudenberg hat keine Informationen über eine Häufung von Vergiftungen bei Hunden in Weste-Bahnhof und Umgebung. In der Vergangenheit kamen im Kreisgebiet Fälle von Fleischbällchen mit Rasierklingen vor (AZ berichtete).

Im Fall von Eishun sucht die Polizei nun mögliche Zeugen. Kontakt: Polizei Bad Bevensen (0 58 21) 97 65 50.

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