Ein Holzhaus für die ganz Kleinen

Krippenkinder beziehen Neubau an der evangelischen Kita Himbergen

Neue Räume: Nila, Ida, Mailow, Pauline und Marlon (v.l.) mit den Erzieherinnen Isa Roesler und Carmen Macor.
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Neue Räume: Nila, Ida, Mailow, Pauline und Marlon (v.l.) mit den Erzieherinnen Isa Roesler und Carmen Macor.

Himbergen – Attacke auf dem Flur. Die Kinder laufen los, rudern mit den Armen, allen voran ein Wicht auf einem Rutschauto. Vor dieser Übermacht müssen die Erwachsenen zur Seite weichen.

Leiterin Anke Hinrichs freut sich über die neuen Räume: „Es ist ein Traum geworden.“

Am Montag sind die 22 unter Dreijährigen in die neue Krippe an der evangelischen Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ eingezogen. Offenbar haben sie sich schon gut in den hellen und freundlichen Räumen eingelebt. Eine Million Euro haben die beteiligten Gemeinden Himbergen, Römstedt, Weste und Stoetze in das Gebäude in ökologischer Bauweise investiert. „Es war sonst so laut“, erzählt Kita-Leiterin Anke Hinrichs. Holzwolleplatten an der Decke dämpfen die Kinderstimmen. Architekt Björn Radtke aus Drögennottorf hat viel Holz verbaut. Wände und Brettsperrholzdecken sind weiß lasiert, so dass das Material zu erkennen ist. Viel Licht fällt durch die Fenster der Sheddächer ein. Zwischen Altbau und Neubau ist ein breiter Eingangsbereich entstanden.

Auf dem Flur der neuen Krippe in Himbergen toben die Kinder. Fotos: sternitzke

„Es ist ein Traum geworden“, schwärmt Anke Hinrichs. Auch über die vergrößerte Küche und ein gemütliches Elternsprechzimmer freut sie sich: „Es ist freundlich und einladend.“ Zwischendurch wird sie vom durchdringenden Lärm einer Kreissäge unterbrochen. Im März haben die Bauarbeiten begonnen. Inzwischen erledigen die Handwerker nur noch Restarbeiten. Die Schokoladenseite des 400 Quadratmeter großen Holzrahmenbaus, durch den sich die evangelische Kita flächenmäßig verdoppelt, befindet sich auf der Rückseite, zum Spielplatz hin. Dort schwingt das Dach über einen geschützten Terassenbereich, getragen von unregelmäßigen Robinienstämmen, die Architekt Radtke Elefantenfüße nennt. Das Dach ist begrünt, auf den Sheddächern arbeiten Photovoltaik-anlagen, die etwa drei Viertel des Stroms für die Wärmepumpe liefern, mit der die Kita beheizt wird. Durch einen CO²-CO-Sensor gesteuert, öffnen sich die Fenster automatisch zum Lüften.

Bevor sich die drei Gemeinderäte für den Entwurf entschieden, besichtigten Ratsmitglieder eine Einrichtung in Fertigbauweise, erzählt Bürgermeister Jürgen Hinrichs. „Wir haben dann gesagt: Das wollen wir nicht.“ Bewusst habe man sich für ein individuelles Gebäude in ökologischer Bauweise entschieden. Sollte die Kinderschar in den drei Gemeinden noch weiter wachsen, könnte das Gebäude übrigens aufgestockt werden.

Möglich wurde der Anbau durch den Ankauf eines benachbarten Grundstücks. Dort zeichnet sich bereits die Wendeschleife ab. Elf Parkplätze sollen entstehen, und direkt vor dem Gebäude wird ein Fahrradständer stehen. Die Baukosten umfassen auch Arbeiten im Altbau. Neben der Küche und dem vergrößerten Leiterinnenbüro ist auch der ehemalige Krippenraum für eine dritte Kindergartengruppe umgebaut worden.

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