Vergleich im Medinger Sonnenblumen-Streit / Mieter sucht jetzt neue Bleibe

Hobbygärtner muss gehen

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Sonnenblumen-Gärtner Herbert Brünn und seine Frau Magdalena wehrten sich vor Gericht gegen den Rausschmiss.

Uelzen/Medingen. „Sollten leider einige Blumen verdursten, so hat sie der Grundstückseigentümer, Herr Wolfgang B. , auf dem Gewissen. “ Mit Schildern wie diesen machte der Medinger Hobbygärtner Helmut Brünn seinem Ärger Luft.

Jetzt fand der Streit um eine der Stadt gestiftete Bank, einige Sonnenblumen und das Gießwasser (AZ berichtete) ein Ende. Der 82-jährige Rentner nahm am Montag alle Schilder ab. Und er muss die Drei-Zimmer-Wohnung Am Weinberg 2 bis zum Jahresende räumen. So steht es in dem Vergleich, in den er am Montag vor dem Amtsgericht Uelzen einwilligte.

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„Frau Richterin, muss ich diesen Pranger mit den Aushängen dulden?“, fragte Vermieter Wolfgang B. in der Güteverhandlung im Saal 2 des Amtsgerichts. Dass Brünn seinen Streit in aller Öffentlichkeit austrug, sogar Unterschriftenlisten auslegte, war für Richterin Andrea Wenske ausschlaggebend. „Was ich sehe, begründet eine Zerrüttung des Mietverhältnisses, und das begründet eine fristlose Kündigung.“ Nur aufgrund des Alters des Paars – Brünns Frau Magdalena (79) geht an Krücken – schlug sie eine längere Räumungsfrist vor.

Nicht richten wollte sie dagegen über die Frage, ob sich die Beteiligten beleidigt haben, denn dafür gibt es keine Zeugen. Ebenso wenig darüber, ob es als Begründung für eine fristlose Kündigung ausreichte, dass der Hobbygärtner, der die gesamte Anlage an dem Vier-Parteien-Mietshaus freiwillig pflegte, Wasser aus dem gemeinsamen Hausanschluss hätte verwenden dürfen, um die außerhalb des Grundstücks ausgesäten Sonnenblumen zu gießen. Nachdem der Vermieter alle Hähne abgesperrt hatte, blieb Brünn nur noch das Wasser aus der Regentonne.

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