Altenmedinger Ratsherr Léonard Hyfing befürchtet Kostenexplosion / Rat lehnt Antrag ab

Hitzige Debatte um Skaterbahn

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Bürgermeister Werner Marquard (links) und sein Stellvertreter Horst Bichinger auf dem Gelände der geplanten Skaterbahn.

Altenmedingen. Es war eine knappe Entscheidung im vergangenen Jahr, als der Rat der Gemeinde Altenmedingen für den Bau einer Skateranlage stimmte.

Damals ging er von einem Kostenpunkt von 28 000 Euro aus ist, erinnerte jetzt Ratsherr Léonard Hyfing während der öffentlichen Ratssitzung in Bohndorf. Er beantragte, dass der Rat gegebenenfalls noch einmal abtsimmen müsse, falls die Anlage mehr als zehn Prozent teurer werden sollte. Die Summe von 28 000 Euro wurde vom letzten Etat in den neuen Haushalt übernommen (AZ berichtete).

„Eine getroffene Entscheidung, ob mit einer oder fünf Stimmen Mehrheit oder einstimmig, ist eine Entscheidung“, machte Bürgermeister Werner Marquard deutlich. „Der Antrag ist überflüssig. Das ist wie bei der Wahl im Land, da wird auch nicht die knappe Einstimmen-Mehrheit in Frage gestellt.“ Doch das Argument akzeptierte Hyfing nicht. Er blieb bei seinem Antrag und nahm lediglich den Zusatz der knappen Entscheidung zurück. Seine Begründung: Er habe gehört, dass der Untergrund belastet sei und es deshalb zu einer Kostenexplosion wie bei der Elbphilharmonie, dem Berliner Flughafen oder bei Stuttgart 21 kommen könnte. „Es ist letzten Endes für uns ein großes Projekt, da soll noch einmal über die Kosten abgestimmt werden“. Ratsfrau Anette Niemann kritisierte, dass Hyfing durch die Hintertür wieder über den Bau der Skateranlage abstimmen lassen wolle. „Wir haben uns entschieden, und ich hoffe, dass das Ding im Sommer steht“.

Marquard versicherte, dass es sich einer Analyse zufolge bei dem Bauuntergrund um Ziegelschutt handelt. Das Gelände der Gemeindewiese, auf der der Kindergarten gebaut wurde und auf der daneben die Skateranlage entstehen soll, lag so tief, dass die Fläche mit Bauschutt um eineinhalb Meter aufgefüllt wurde. Der Aushub, der bei dem Bau der Skateranlage anfällt, wird nicht abgefahren, sondern als ein zwei Meter hoher Lärmschutzwall für den Kindergarten genommen und begrünt. „Wir brauchen nichts weg- oder anzufahren. Nach der Analyse und Rücksprache mit dem Umweltamt können wir so bauen“. Marquard machte deutlich, dass der Sportverein ebenfalls hinter der Anlage stehe.

Er wolle den Bau nicht verhindern und hatte sich bei der Abstimmung auch enthalten, so Hyfing. Er möchte aber, dass der Untergrund eingehend untersucht wird, betonte der Ratsherr.

„Vor dem Sommerfest sollte die Anlage auf dem Gemeindegelände fertig sein“, forderte Hartmut Theiding nach dem fast 40-minütigen Austausch der Argumente das Ende der Diskussion. Marquard ließ daraufhin abstimmen. Hyfings Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Der Bürgermeister und sein Stellvertreter Horst Bichinger betonten gestern gegenüber der AZ, dass die Wiese mit Ziegelbauschutt und Fundamentsresten vom alten Windmotor in Haaßel sowie Sammelsteinen aufgefüllt wurde. Direkt neben dem Zaun vom Kindergarten zur Wiese wurde der alte Wobeckgraben verrohrt. Die Skateranlage für vier Geräte werde auf einer Asphaltplatte in den Ausmaßen 12,5 mal 25 Meter wenige Schritte vom Parkplatz der Turnhalle so gebaut, dass die Kinder gefahrlos zu der Anlage kommen. „Es ist eine optimale Lösung, Sport total“, so Marquard. Eine Genehmigung vom TÜV liege bereits vor.

Von Gudrun Kiriczi

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