Heute ist Welthundetag: Wie Teddy ihr Leben mit gelähmten Hinterläufen bestreitet

Gassi gehen auf Rädern

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Frauchen Margarete Wältermann ist guter Dinge: Ihre Hündin Teddy macht große Fortschritte, vielleicht könne sie eines Tages sogar wie- der ohne Gehhilfe laufen, hofft die Bad Bevenserin.

Bad Bevensen/Landkreis. Teddy lässt sich nicht unterkriegen – nicht von größeren Vertretern ihresgleichen und schon gar nicht wegen ihrer Behinderung. Teddy ist eine Hundedame, zwölf Jahre alt und seit Juni diesen Jahres an den Hinterbeinen gelähmt.

Selbstbewusst sei Teddy aber dennoch, verrät Frauchen Margarete Wältermann, während ihr Schützling auf einem Kissen vor seiner „Villa“ – einer Transportbox im Garten – thront und mit gespitzten Ohren sein kleines Reich überblickt. Margarete Wältermann ruft, Teddy springt auf und – man mag es kaum glauben – stapft mit den Vorderbeinen zielstrebig voran. Dabei zieht die Hundedame die Hinterläufe geschickt hinter sich her, alle paar Schritte tritt sie sogar vorsichtig auf. „Manchmal schafft sie es auch zwei, drei Meter auf den Beinen zu laufen“, freut sich Margarete Wältermann. „Das finde ich ganz toll. Sie hat überhaupt keine Angst, sie fühlt sich nicht behindert.“

Eine traurige Geschichte zum Welthundetag:

Hund im blauen Sack entsorgt

Das beweist Teddy umgehend – und zwar beim Gassi gehen um den Block. Aber alles der Reihe nach: Zuerst setzt Wältermann, die von Beruf Tierärztin ist, ihre Hündin in eine spezielle Gehhilfe-Vorrichtung. „Wir nennen das Rollator“, schmunzelt sie, führt Teddys kleine Hinterbeinchen in die dafür vorgesehenen Schaumstoffringe, schließt die Schnalle um den Bauch und los geht´s. Die Konstruktion ähnelt Stützrädern: Teddy bewegt zwar ihre Hinterläufe, getragen wird sie aber von zwei seitlich angebrachten Rädern. Auf diese Weise kann sich die Pekinesen-Hündin frei bewegen. Beim Spaziergang mit Frauchen wird geschnüffelt und getobt – und gekläfft: Als die selbstbewusste Hundedame zwei stämmige Staffordshire Terrier entdeckt – beide sind mindestens doppelt so groß wie sie – gibt es kein Halten mehr: Teddy rennt geradewegs drauf zu, bellt und wedelt aufgeregt mit dem Schwanz. Und Margarete Wältermann lacht: „Sehen Sie, da hat sie keine Hemmungen.“

Aufmerksamkeit weckt Teddy aber schon allein wegen ihrer Behinderung, die sie, wie Wältermann vermutet, durch einen Unfall erlitten hat. Ein älterer Herr bleibt auf dem Gehweg stehen: „Die trägt ihren Rollator ja hinten“, sagt er und zieht ungläubig die Augenbrauen hoch, während sich Teddy im Gebüsch an einem Ast zu schaffen macht.„Teddy kann damit so gut umgehen: Wenn sie sich irgendwo festfährt, schiebt sie rückwärts und fährt in die andere Richtung“, erzählt Wältermann sichtlich stolz, „und rangieren kann sie auch sehr gut.“

Seit Teddy im Sommer diesen Jahres zu der Bad Bevenserin kam, hat die Hündin große Fortschritte gemacht. Mittlerweile hofft ihr Frauchen sogar, dass sie eines Tages wieder laufen kann. Darum sind die beiden eifrig am Üben: Einmal täglich steht Krankengymnastik auf dem Plan, hinzukommt mehrmals wöchentlich eine Lasertherapie. Für sie sei Hundedame Teddy ein tapferer Patient und mehr noch, ein „vollintegriertes Familienmitglied“, schwärmt Margarete Wältermann. Nein, behindert fühle sich Teddy sicher nicht. „Der Hund hat Lebensfreude, auch wenn er nicht mehr neben dem Fahrrad laufen kann.“

Von Anna Petersen

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