Ein Teil der Patienten muss gehen

Herz- und Gefäßzentrum in Bad Bevensen schafft Kapazitäten für Corona-Kranke

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Das Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) in Bad Bevensen schafft derzeit Kapazitäten zur Behandlung schwerer Corona-Fälle einschließlich Beatmung.

Bad Bevensen – Die Folgen der Corona-Pandemie betreffen immer mehr Lebens- und Wirtschaftsbereiche.

Auch das Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) Bad Bevensen musste jetzt seinen Betrieb einschränken, um Kapazitäten für den Fall eines hohen Aufkommens von mittel und schwer erkrankten Corona-Patienten zu gewinnen. Das bestätigt die Klinik auf AZ-Nachfrage.

Medizinisch nicht notwendige Eingriffe und Behandlungen wurden ausgesetzt. Patienten, deren Behandlung nicht dringend notwendig war, mussten ihre Sachen packen. So sieht es eine Verordnung des Landes Niedersachsen vom 18. März für die Akut- und Rehakliniken vor.

„Wir richten uns strikt nach den Empfehlungen des Landes Niedersachsen und des Robert-Koch-Instituts“, betont HGZ-Sprecherin Ines Bräutigam. Konkrete Zahlen über Absagen von OP-Terminen und Rehamaßnahmen sowie nach Hause geschickte Patienten nennt die Sprecherin unter Verweis auf die sich ständig verändernde Lage nicht.

Sie betont aber: „Die Entscheidung über dringende medizinische Notwendigkeit obliegt laut der oben genannten Verordnung dem ärztlichen Personal des Krankenhauses.“

Durch die Reduzierung der Patientenzahlen wurden Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Fällen geschaffen. „Das HGZ verfügt über alle Möglichkeiten für Intensivbehandlungen, die für die Herzchirurgie, Kardiologie und Gefäßmedizin benötigt werden“, informiert Ines Bräutigam. Dazu gehören auch Beatmungsplätze, wie sie bei einem Massenanfall von Corona-Patienten benötigt werden.

Welche Art von Patienten tatsächlich ins Herz-und-Gefäßzentrum eingewiesen wird, entscheidet, wenn es soweit ist, das Gesundheitsamt des Landkreises Uelzen, so die Sprecherin„Die intensivmedizinischen Einrichtungen im HGZ lassen variable Nutzungsmöglichkeiten zu“, betont HGZ-Sprecherin Bräutigam. „Wir sind vorbereitet.“

Auch Dr. Gerhard Wermes, Leiter des Gesundheitsamts, nennt keine Zahlen. Derzeit würden am Helios-Klinikum Uelzen und am HGZ in Bad Bevensen die Intensiv-Kapazitäten aufgestockt. Die Planungen dazu laufen an den Kliniken. In der vorigen Woche gab es einen runden Tisch zur Vorbereitung. Die Bundesregierung hat angekündigt, Beatmungsgeräte zu liefern. Auch mit der Bundeswehr sei man im Gespräch über Beatmungsgeräte. „So viele wie möglich“, wünscht sich Wermes. Für zusätzliche Intensivpflegeplätze müsse an den Kliniken aber auch das notwendige Personal vorhanden sein.

Die Diana-Klinik in Bad Bevensen und die Bodenteicher Seepark-Klinik kommen hingegen zur Behandlung weniger schwerer Corona-Fälle in Frage.

VON GERHARD STERNITZKE

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