Positiv: Hotels öffnen wieder

Heißer Sommer kostet Gäste: Zehn Prozent Übernachtungen weniger in Bad Bevensen

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Mit Bildern wie diesen wirbt die Bad Bevensen Marketing für die Kurstadt. Knapp 200.000 Übernachtungen wurden in den ersten drei Quartalen 2018 gezählt, zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Bad Bevensen. Die blanken Zahlen sind unerfreulich: Bad Bevensen lebt von den Urlaubern, doch die Zahl der Übernachtungen geht zurück.

Die Zahlen für die ersten drei Quartale 2018 bestätigen diesen Trend: Knapp 200.000 Übernachtungen zählte die Statistik für die Kurstadt, 22.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang um zehn Prozent. Auch die Zahl der Gäste schrumpfte um acht Prozent. Doch es gibt auch positive Signale.

„Ein Grund für den Rückgang ist das Wetter. Der ganze Sommer von Mai bis September war zu warm“, sagt Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM). „Die Leute sind an die See gefahren.“

Zudem verweist Bad Bevensens Chef-Touristiker auf die Schließung mehrerer bedeutender Unterkünfte in Bevensen, wie Kieferneck, AS Vital und Landhaus Rosenhagen. In Zahlen schrumpfte die Zahl der Betten in der Kurstadt um 150 auf 1.800. 2017 wurden allein in diesen Betrieben 14.000 Übernachtungen gezählt.

Dritter Grund: der Wandel der Besucher. „Unser Stammpublikum ändert sich“, erklärt Kreutz. „Es gibt nicht mehr den Kurgast, sondern mehr den Urlauber, und der bleibt kürzer und hat andere Ansprüche.“ Der Trend geht zum Kurzurlaub. So stieg die Gästezahl von knapp 42 000 im Jahr 2010 auf 64.200 im vorigen Jahr. Die Übernachtungszahlen waren dagegen seit einem Höchststand von knapp 264.000 (2014) rückläufig. 2017 waren es 251 000. „Wir haben einen Riesen-Konkurrenten“, gibt der BBM-Chef zu bedenken: „die Kreuzfahrtschiffe.“

„Wir brauchen neue Ideen. Wir müssen gemeinschaftlich dafür sorgen, dass Bad Bevensen wieder eine stärkere Ausstrahlung hat“, betont Kreutz. „Jeder muss gucken, wo kann ich noch was verbessern“, meint er in Hinsicht auf die Vermieter. Die BBM unterstützt sie mit Fortbildungen an, etwa zur Servicequalität oder einfach mit einem Englischkurs. „Denn die wichtigste Werbung ist der Kunde, der zufrieden ist und das zu Hause erzählt“, findet Kreutz.

Die Zahlen für das Jahr 2018 sind eindeutig, aber was sie wirtschaftlich bedeuten, muss sich erst noch herausstellen. Manche Hotels erwirtschaften nämlich mit weniger Gästen einen höheren Gewinn, weiß Kreutz.

Und er hat neben der schlechten auch eine gute Nachricht. Am Nikolaustag wird das Hotel Kieferneck wiedereröffnet. Auch im La Vita und im Hotel AS Vital wurde in moderne Zimmer investiert, berichtet Kreutz: „Das sind Signale, dass Leute Potenzial in Bad Bevensen sehen.“

Von Gerhard Sternitzke

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