Bad Bevenser Initiative löst sich wegen Unstimmigkeiten mit Naturschutzbehörde auf

Der Heide-Verein macht Schluss

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Eine der letzten Aktionen der Vereinsmitglieder war das Entkusseln der Heidefläche in Klein Bünstorf. Weil sich der Verein durch Auflagen des Landkreises in seiner ehrenamtlichen Arbeit behindert sieht, hat er sich jetzt aufgelöst.

Bad Bevensen. Der Argus-Bläuling saß schließlich am längeren Hebel. Aus Sorge um diesen seltenen Schmetterling nämlich hatte die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Uelzen, wie berichtet, die Beweidung der Klein Bünstorfer Heide durch Schnucken untersagt.

Der Bevenser Heide-Verein sieht das als großen Verlust, eine Einigung mit dem Landkreis konnte nicht erzielt werden. Jetzt zog der Verein die Konsequenzen: Er hat sich aufgelöst.

„Es gab da ein paar Unstimmigkeiten“, will der Vorsitzende Jügen Strampe auf AZ-Nachfrage kein Öl mehr ins Feuer gießen. Der Frust aber ist hörbar. „Wir können unsere Vereinsziele nicht mehr durchsetzen“, bedauert er, „deswegen hat der Vostand die Auflösung des Vereins entschieden.“ Der komplette Vorstand habe seinen Rückgang erklärt, und niemand sich gefunden, der die Arbeit hätte weiterführen wollen. Die rund 125 Mitglieder seien bereits informiert worden.

Die Schnuckenherde sei ein Besuchermagnet gewesen, so Strampe. Doch auch die regelmäßigen Pflegemaßnahmen der Vereinsmitglieder auf der Heidefläche mussten unter der Einflussnahme der Unteren Naturschutzbehörde leiden: „Wir sollten nur noch arbeiten, wenn die Untere Naturschutzbehörde uns den Auftrag dafür gegeben hätte“, berichtet der Vorsitzende des erloschenen Vereins. Und das wurmte nicht nur ihn: „Wir sind doch keine Erfüllungsgehilfen der Behörden.“ Das Engagement vieler Ehrenamtlicher sei mit den Einschränkungen „erheblich gestört“ worden, sagt Strampe.

Auch die Heidebeete in der Innenstadt von Bad Bevensen verlieren mit der Löschung des Vereins Zuständige, die sie hegen und pflegen. „Die werden wir zurückgeben an die Stadt“, kündigt Jürgen Strampe an. Der Verein hatte die Heidegärten mit Erika, Wacholder und Findlingen stets als Aushängeschild für sich und die Kurstadt in der Lünebuger Heide betrachtet.

Allerdings machten sich auch hier und da schon vorher die ersten Ermüdungserscheinungen bemerkbar. 2011 stellten die Mitglieder beispielsweise die Ausrichtung des Schnuckenfestes in der Heide ein – die Organisation war sehr mühsam, außerdem stand der Erlös in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Und auch die Schwierigkeiten, den Nachwuchs für die ehrenamtliche Arbeit im Dienste der Heidefläche zu begeistern, habe ein Stück weit zu der Entscheidung, den Verein aufzulösen, beigetragen, räumt Jürgen Strampe ein. „Von den Mitgliedern haben viele die Altersgrenze erreicht“, sagt er. Das zehnte Jahr seines Bestehens wird nun also auch das letzte sein für den Verein „Bad Bevenser Heide e.V.“.

Von Ines Bräutigam

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