Runderneuert in die Luft

Havariertes Windrad bei Brauel erhält wieder Flügel

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Die 37 Meter langen Flügel liegen zur Montage auf einem Acker bei Brauel bereit. Ein Rotorblatt ist im Februar bei einem Sturm abgebrochen und zu Boden gestürzt.

Brauel – Drei schwere Sattelschlepper stehen auf einem Acker bei Brauel.

Am Haken eines Krans schweben drei tonnenschwere Flügel, jeder 37 Meter lang, nacheinander auf seinen Platz am Boden – Ersatzteile für ein Windrad im Windpark Hanstedt I, dessen Flügel an einem stürmischen Februartag abbrach (AZ berichtete).

Marco Blom sitzt dieser Tage auf dem Zahnkranz in der noch funktionstüchtigen Nabe der Anlage. Über Kopf bohrt er Löcher, um eine Platte zu fixieren, die ein Kollege von außen anschraubt. Wie die Flügel besteht die Außenhaut der Nabe aus glasfaserverstärktem Kunststoff. In den Flügeln ist außerdem Balsaholz zur Verstärkung verbaut.

Die Mitarbeiter der Gesellschaft für Windenergieanlagen aus der Nähe von Koblenz ist überall da, wo Windräder aufgestellt, gewartet oder repariert werden müssen. Ihre letzte Baustelle war im Schwarzwald.

„Wir müssen sehen, dass die Anlage wieder läuft. Sie soll am Wochenende wieder in Betrieb gehen“, sagt Hermann Kosse, Geschäftsführer des Betreibers Energiekontor. Den Einnahmeausfall für die fünf Monate seit der Havarie schätzt er auf bis zu 150 000 Euro. „Wir hoffen, dass der Wind flau ist, dass wir arbeiten können.“

Die Flügel stammen von einem anderen Windrad. Gebraucht also. Einzelne Stellen sind mit rechteckigen Flicken ausgebessert. „Neue gibt’s gar nicht mehr“, betont Kosse. „Auf die Rotorblätter hat man Garantie. Das ist wie neu“, versichert er.

Die Ursache der Havarie ist nach wie vor nicht geklärt. „Das Gutachten liegt noch nicht vor“, betont Kosse. Voraussetzung war, dass der Gutachter die Nabe untersuchen kann, an der sich der Stummel des abgebrochenen Flügels befand.

Grundsätzlich sieht das Energiekontor den Sturm im Februar als Ursache des Absturzes. „An dem Tag waren sehr starke Winde, die sehr stark gewechselt haben“, erklärt Kosse. Dieser Belastung hat das Rotorblatt offenbar nicht standgehalten.

Das ausstehende Gutachten sieht Kosse auch als Grundlage, um möglicherweise Konsequenzen aus der Havarie vom Februar zu ziehen.  stk

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