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Geringes Nahrungsangebot macht Storchennachwuchs im Landkreis Uelzen zu schaffen

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Von: Lars Lohmann

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Zwei Jungstörche im Nest
In Bode sind zwei Jungstörche geschlüpft und werden von den Alttieren versorgt. © Privat

Getrübtes Storchenglück in Röbbel: Knapp über ein Jahr steht der Storchenmast und schon dieses Jahr hat sich ein Storchenpaar dort niedergelassen, berichtet Rainer Lange von der Dorfgemeinschaft Röbbel. Doch das Jungtier wurde von den Eltern aus dem Nest geschmissen. 

„Sie haben nicht genügend Nahrung gefunden. Es ist einfach viel zu trocken“, sagt Lange.

In Bode werden unterdessen zwei Jungtiere von den Alttieren aufgezogen. „Endlich hat es nach zwei Jahren ohne Nachwuchs in Bode geklappt“, sagt Carsten Lichte, auf dessen Hof der Storchenmast steht. Die jungen Störche würden durch ihre Eltern gut versorgt. „Hier sind auch mehrere Teiche und die nassen Wiesen werden nach und nach gemäht. Die Altvögel finden dadurch genügend Futter für ihren Nachwuchs“, sagt Lichte.

Das ist in Röbbel nicht der Fall. „So trocken war es hier eigentlich noch nie“, sagt Rainer Lange. Normalerweise seien vor allem die Wiesen rund um den Röbbelbach zurzeit voller Leben, jetzt aber einfach nur vertrocknet.

Dass die Trockenheit und das damit einhergehende mangelnde Nahrungsangebot den Störchen zu schaffen macht, bestätigt auch Vogelexperte Waldemar Golnik vom Nabu-Kreisverband Uelzen. „Es ist eine Katastrophe. Die Nahrungssituation ist schlecht“, sagt er. Für Störche, aber auch für Greifvögel werde es im allgemeinen immer schwieriger, genügend Nahrung zu finden, um ihren Nachwuchs durchzubringen. Diesen Trend gebe es nicht erst seit diesem Jahr, sondern er zeichne sich schon über einen längeren Zeitraum ab. „Der Trend ist da, die Gelege sind kleiner geworden. Wo vor ein paar Jahren noch vier Junge im Nest saßen, sind es heute nur noch zwei“, sagt Golnik. Gleiches habe er auch von der Storchenbeauftragten im benachbarten Lüchow-Dannenberg, Antje Fäseke, gehört.

Jungstörche werden in den ersten Wochen nach dem Schlüpfen vor allem mit Regenwürmern ernährt. Danach werden sie mit Heuschrecken, kleinen Amphibien, Mäusen und anderen kleinen Lebewesen gefüttert. Und gerade bei den Mäusen hapert es laut Golnik dieses Jahr vor allem. „Wir haben ein schlechtes Mäusejahr, das macht sich gleich bei Störchen und Greifvögeln bemerkbar“, erklärt er. In manchen Orten würden die Anwohner bereits mit Mäusen oder Küken zufüttern, um den gefiederten Nachwuchs durchzubringen.

„Wenn die Störche nicht genügend Nahrung finden, dann sind sie rigoros. Sie schmeißen die Küken nach und nach aus dem Nest“, erklärt Golnik. Ansonsten kümmern sich die Altvögel um ihren Nachwuchs. Bei Hitze spenden sie Schatten, indem sie die Flügel ausbreiten und sie versorgen ihren Nachwuchs mit Wasser. Das geben sie in die Schnäbel des Nachwuchses.

In Röbbel hofft man derweil auf einen erneuten Brutversuch eines Storchenpaars im nächsten Jahr. Das diesjährige Paar hat sich bereits wieder verabschiedet. „Sie flogen noch eine Runde um den Ort und sind dann nach Osten weggeflogen“, berichtet Rainer Lange.

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