Hospizverein des Landkreises und stationäres Hospiz arbeiten gemeinsam

Hand in Hand für Todkranke

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In enger Absprache koordinieren Doris Bruns-Schreiber (links) und Monika Robel ihren Einsatz und die Arbeit der Hospize.

Bad Bevensen/Uelzen. Sie springen von einem menschlichen Schicksal in das nächste – die Begleiter von Sterbenskranken.

Dabei sehen sich die ehrenamtlichen Mitglieder des ambulanten Hospizdienstes des Landkreises Uelzen und die Mitarbeiter des stationären Uelzener Hospizes nicht als Konkurrenten, sondern als Team, das Menschen am Ende ihrer Lebensgeschichte unterstützt – anders als es ihnen manches Mal nachgesagt wird.

„Wir kümmern uns um Menschen, die in Not sind – und da hat jeder seinen Platz und seine Aufgabe“, sagt Monika Robel vom Vorstand des ambulanten Hospizdienstes. Rund 30 Ehrenamtliche – vor allem Frauen – koordiniert sie. Rund 30 Ehrenamtliche, die Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens zur Seite stehen. Sie lesen vor, fahren die Patienten zum Friseur, verbringen einfach Zeit mit den Todkranken und ihren Familien – zuerst noch ambulant in deren gewohntem Umfeld, später dann im Hospizzimmer, wenn es nicht mehr anders geht. Im Hospiz setzt dann die Rund-um-die-Uhr-Betreuung ein. Die Pflege und die Behandlung von Schmerzen übernimmt das ausgebildete Fachpersonal des Hospizes. Für alles andere, für das im normalen Betrieb keine Zeit wäre, stehen die Ehrenamtlichen bereit – wichtig sind beide Elemente, das bestätigt nicht nur Monika Robel, sondern auch die stellvertretende Leiterin des Uelzener Hospizes Doris Bruns-Schreiber. „Wir hören auch zu – aber wir haben mehrere Gäste, die wir versorgen“, verdeutlicht Bruns-Schreiber den Unterschied zwischen Ehrenamtlern und Hauptberuflichen. Denn während erstere sich voll und ganz auf einen Patienten und dessen Bedürfnisse konzentrieren können, versorgen Letztgenannte – wenn das Hospiz voll belegt ist – elf Menschen, die die Hospizmitarbeiter „Gäste“ und nicht „Patienten“ nennen.

Ehrenamtlich melden sich vor allem Menschen zwischen 30 und 70 Jahren für die Betreuung von Todkranken freiwillig – und das ist auch eine gute Altersgruppe, wie Monika Robel sagt, nur etwas mehr Männer würde sie sich in ihrer Riege Ehrenamtlicher wünschen. „Die Aufgabe ist ja nicht planbar. Das sind Menschen in Not, die jemanden brauchen. Wenn ich als Ehrenamtlicher da nicht flexibel bin, ist das nicht gut“, erklärt sie, warum sie nicht böse ist, dass vor allem Rentner in ihrem Team sind. Den „Männermangel“ in ihrer Mannschaft wünsche sie hingegen ausgleichen zu können: „Unter Männern führt man einfach auch andere Gespräche als mit Frauen.“

• Weitere Informationen über den Hospizverein des Landkreises mit Sitz in Medingen und die Ausbildung zum Begleiter gibt es unter www.hospizdienst-uelzen.de im Internet.

Von Wiebke Brütt

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