Werbegemeinschaft zur Debatte um westliche Lüneburger Straße / Bangen um Standortvorteil

Händler lehnen Fußgängerzone ab

+
Der westliche Teil der Lüneburger Straße beschäftigt zurzeit Politik, Verwaltung, Bürger und Wirtschaft – weil hier oft zu schnell gefahren wird, soll für diesen Bereich ein neues Verkehrskonzept her.

Bad Bevensen. Sollen es Blumenkübel richten oder Poller? Tut es eine Fahrbahnverengung oder muss gleich eine Umwandlung in eine Fußgängerzone her? Über die Verkehrsberuhigung der westlichen Lüneburger Straße in Bad Bevensen scheiden sich zurzeit die Geister.

Die politischen Gruppierungen im Stadtrat haben, wie berichtet, diverse Anträge dazu vorgelegt, die in Kürze im Bauausschuss der Stadt beraten werden sollen. Für die Bevenser Werbegemeinschaft jedenfalls steht aber schon eines fest: Eine Fußgängerzone wäre die denkbar schlechteste Lösung.

„Wir haben Anlieger des westlichen Teils der Lüneburger Straße und der Straße Krummer Arm befragt“, erläutert Friedrich-Wilhelm Sündermann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, in einer Stellungnahme an die Stadt. „Das Ergebnis ist eindeutig: Keiner von ihnen wünscht sich die Umwandlung des westlichen Teils der Lüneburger Straße in eine Fußgängerzone.“ Die Unternehmer befürchten nämlich, dass sie in diesem Fall ihren einzigen Standortvorteil gegenüber der „echten“ Fußgängerzone in der östlichen Lüneburger Straße verlieren würden.

Sperrige oder schwere Produkte oder mehrere erworbene Gegenstände könnten bislang auch mal mit dem eigenen Wagen abgeholt werden. Die Händler wüssten, „dass dies für manche ihrer Kunden ein wichtiges Kriterium ist“, betont Sündermann. Natürlich wisse man um die Tempoüberschreitungen von Fahrzeugen in diesem Bereich und auch, dass die Polizei dies nicht immer kontrollieren könne. „Wir würden es allerdings sehr begrüßen, wenn die Stadt andere Mittel und Wege fände, den Autoverkehr im westlichen Teil der Lüneburger deutlich zu verlangsamen“, appelliert der Werbegemeinschaftsvorsitzende, „zum Beispiel durch eine entsprechende Umgestaltung beziehungsweise Erweiterung der Straßenmöblierung.“

Auch von einem „Umdrehen“ der Einbahnstraßenregelung, die im Gespräch gewesen sei, halten die Bevenser Händler nichts. „Dies würde zu einer deutlich komplizierteren Anfahrt führen, was den derzeitigen Standortvorteil der Geschäfte zumindest reduzieren würde“, so Sündermann. Von einer Beeinflussung der Kreuzungssituation an der Medinger Straße ganz zu schweigen: „Die Kreuzung muss schon jetzt zusätzlich den Verkehr vom und zum Netto-Parkplatz aufnehmen und müsste nach dem ‘Umdreh’-Vorschlag in Zukunft auch noch vier statt bisher drei Straßeneinmündungen verkraften.“

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare