Grundlage für Vertrauen entzogen

Dunkle Schatten über der Bad Bevenser Dreikönigskirche: Der Kirchenvorstand will sich nach jahrelangen Querelen von seiner Organistin trennen.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Mit Bedauern hat der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirche in Bad Bevensen den Rücktritt seines stellvertretenden Vorsitzenden Gerd Ludolfs zur Kenntnis genommen. Wie berichtet, hatte Ludolfs mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt, weil er die Bestrebungen des Kirchenvorstandes, seiner Ehefrau und Kirchenmusikerin Ute Bautsch-Ludolfs zu kündigen, moralisch nicht vertreten und rechtfertigen konnte.

Der Einsatz von Ute Bautsch-Ludolfs „für die Kirchenmusik der Dreikönigs-Kirchengemeinde Bad Bevensen während ihrer langjährigen Dienstzeit ist verdienstvoll“, betonten die Mitglieder des Kirchenvorstandes in einer Presseerklärung und zollen der Kirchenmusikerin dafür Dank und Anerkennung. „Im Rahmen von Meinungsverschiedenheiten mit dem Kirchenvorstand, die seit mehreren Jahren bestehen, lässt sie sich allerdings zu einem Verhalten hinreißen, das nicht mehr akzeptabel ist.“

So erforderten Meinungsverschiedenheiten, die in der Zusammenarbeit mehrer Menschen nie zu vermeiden seien, auch das Eingehen von Kompromissen. „Hierzu ist Frau Bautsch-Ludolfs aber nicht bereit“, bedauert der Kirchenvorstand, „sie duldet keinen Widerspruch. Langwierige, mühselige und geduldige Versuche, die Unstimmigkeiten zwischen Organistin und Kirchenvorstand zu bereinigen, sind gescheitert. Wenn eine angestellte Mitarbeiterin durch ungerechtfertigte Angriffe in der Presse ihren Arbeitgeber bloßstellt, ihm Kompetenz und Autorität abspricht, sowie durch Erzeugung öffentlichen moralischen Drucks versucht, ihm ihren Willen aufzuzwingen, ist das Maß tolerierbaren Akzeptierens erschöpft.“ Einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sei damit jede Grundlage entzogen.

Ute Bautsch-Ludolfs versichert derweil, dass sie stets den Dialog mit den Mitgliedern des Kirchenvorstandes gesucht habe, die wenigsten von ihnen aber überhaupt einmal persönlich mit ihr gesprochen hätten. Auch eine von ihr vorgeschlagene Supervision im Jahr 2007, die später auch von Teilen des Gemeindebeirates gefordert worden sei, war abgelehnt worden.

Der Kirchenvorstand bedauere die Entwicklung sehr, sieht aber keine Chance mehr für eine gedeihliche Zusammenarbeit auf der Grundlage des Dienstvertrages. „Mit Beschluss vom 8.6.2010 hat der Kirchenvorstand bekundet, das Dienstverhältnis seiner Mitarbeiterin Frau Bautsch-Ludolfs beenden zu wollen“, erklären dessen Mitglieder in ihrer Presseerklärung. Gleichzeitig wiederholen sie nochmals das bereits an die Organistin ausgesprochene Angebot, diese Trennung gütlich im gegenseitigen Einvernehmen zu vollziehen. „Hiermit böte sich die Möglichkeit, Frau Bautsch-Ludolfs in Ehren und in Anerkennung ihrer Verdienste um die Kirchenmusik der Dreikönigs-Kirchengemeinde zu verabschieden.“

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