Fachausschuss empfiehlt Brandschutzbedarfsplan / Zugbildung und WC-Einbauten zugestimmt

Grünes Licht für neue Feuerwehr-Ära

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Die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger ist ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehr-Arbeit – damit genügend Nachwuchs nachkommt, soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die sich Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung überlegt.

Bad Bevensen/Ebstorf. Knapp die Hälfte der 40 Feuerwehren in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ist im Ernstfall nicht einsatzfähig.

Dieses dramatische Zwischenfazit von Manfred Fennen, der im Auftrag der Samtgemeinde einen Brandschutzbedarfsplan erstellen sollte, ließ vor etwa einem Jahr die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik aufhorchen. Inzwischen ist der Bedarfsplan fertiggestellt und weist eine Reihe von Handlungsempfehlungen aus – unter anderem die Kooperation von Wehren, den Neubau von Feuerwehrhäusern und Investitionen in die Ausrüstung. Der Ausschuss für das Feuerwehrwesen hat das 132 Seiten starke Werk am Donnerstagabend einstimmig zum Beschluss durch den Samtgemeinderat empfohlen.

Wie berichtet, hatte es im Vorfeld Missstimmungen zu dem Bedarfsplan gegeben, weil die Ortsbrandmeister nicht genügend mit einbezogen worden waren. „Es gab berechtigte Diskussionen“, stellte Ausschussvorsitzender Bernd Lüders (SPD) fest, „aber Gespräche haben jetzt für Klarheit gesorgt. Und die Stellungnahme der Gemeindebrandmeister zum Bedarfsplan hat schließlich alles abgerundet.“ Lüders betonte außerdem, dass das bislang für die Samtgemeinde gültige Feuerwehr-Konzept neben dem neuen Bedarfsplan Bestand habe. „Es wurde für die Jahre 2012 bis 2032 erarbeitet, läuft parallel und soll planmäßig umgesetzt werden“, erklärte der Ausschussvorsitzende.

Martin Feller (Grüne) versicherte unterdessen, sehr froh über den Bedarfsplan zu sein, gab allerdings zu bedenken: „Selbst mit den Zusammenschlüssen von Feuerwehren schaffen wir die erforderliche Tagesbereitschaft nicht.“ Außerdem seien laut Bedarfsplan 568 Atemschutzgeräteträger (AGT) erforderlich. „Wir haben aber nur 250“, so Feller. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund stellte er im Namen der Grüne/WBB/Keine A39-Gruppe den Antrag, eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe zu gründen, um Menschen für eine Mitarbeit in der Feuerwehr zu motivieren. „Es gibt da verschiedene Möglichkeiten“, hatte Feller recherchiert. So könnten den Feuerwehrleuten Zuschüsse zur Rente gewährt werden, man könnte ihnen kostenloses Parken ermöglichen oder auch eine Art Ehrenamtskarte mit verschiedenen Vergünstigungen sei denkbar.

Ein weiterer Antrag von Grünen, WBB und Keine A39 lautete: Der Brandschutzbedarfsplan möge dahingehend ergänzt werden, dass in Absprache mit den Gemeindebrandmeistern dort, wo möglich, im Sinne der Zusammenarbeit von Wehren auch Zugbildungen zugelassen werden. Sowohl diesem Antrag als auch der Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Mitgliedermotivation stimmte der Ausschuss einmütig zu.

Ebenso einstimmig fiel eine Empfehlung zu einem Antrag, den die CDU/FDP-Gruppe vorbrachte: Feuerwehrhäuser, in denen es bislang weder Toiletten noch Waschbecken gibt, sollen entsprechend nachgerüstet werden. 100 000 Euro, so brachte es Hans-Jürgen Cordes (CDU) vor, sollten dafür in den Haushalt 2018 eingestellt werden, den der Samtgemeinderat am kommenden Donnerstag, 8. Februar, zu beschließen haben wird. „Das ist auch ein Zeichen, um zu zeigen, dass neben den Leuchtturmprojekten auch für die anderen Wehren noch etwas getan wird“, appellierte Cordes. Auch der frisch gebackene Gemeindebrandmeister Sven Lühr begrüßte die Anträge. Vor allem der Einbau von WCs in manchen Wehren – betroffen sind Klein Thondorf, Hagen-Schlagte, Drögennottorf und Secklendorf – sei dringend. „Da muss zügig etwas geschehen, weil die ersten Ortsbrandmeister schon auf der Matte stehen und Sorgen haben, dass sie hinten runterfallen.“

Von Ines Bräutigam

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