Bad Bevensens Kurpark: Umgestaltung geht voran / Sonnenfalle wird diese Woche verglast

Die „grüne Oase“ wächst

Eine neue Brücke verbindet die Ilmenau mit dem Karrer. Auf dem Teich sollen Lichtspiele installiert werden.

Bad Bevensen. „Das ist die umfassendste Maßnahme, die im Kurpark jemals durchgeführt wurde“, sagt Roland Klewwe und lässt seinen Blick schweifen.

Im vergangenen Jahr haben die Umgestaltungsmaßnahmen begonnen, inzwischen ist ein Großteil der vier Bauabschnitte abgeschlossen – Bad Bevensens Bauamtsleiter Klewwe hat das Projekt von den Kinderschuhen an begleitet.

Mit etwas Zeitverzögerung wird die grüne Oase der Kurstadt im April 2013 – also pünktlich zur Internationalen Gartenschau, an der Bad Bevensen mit dem Kurpark teilnimmt – in neuem Glanz erstrahlen. 2,7 Millionen Euro wird die Frischekur nach derzeitigen Planungen kosten – 700 000 Euro davon werden aus dem Stadtsäckel gezahlt, der Löwenanteil (zwei Drittel) über Fördermittel finanziert.

Mit vier Maßnahmenblöcken wurden Erscheinungsbild und Funktionalität des Kurparks angepackt: Die Pergola samt Teichuferlandschaft, direkt in Kurhausnähe, waren im vergangenen Jahr die ersten offensichtlichen Ergebnisse. Rund 680 000 Euro sind allein in diesen Bereich der Grünanlage geflossen. „In einigen Bereichen wirkt der Park noch etwas steril. Wir haben in diesem Jahr bereits viele Pflanzen eingesetzt. Aber so ein Park braucht einfach Zeit zum Reifen“, sagt Klewwe.

Ein weiterer Teil des ganzheitlichen Konzeptes – im übrigen das erste, das für den etwa 1960 angelegten Park entworfen wurde – ist die Sonnenfalle. Imposant erhebt sich das verglaste Gebäude vor der Therme – es soll die Sicht auf den Saunagarten verdecken und Gelegenheit zum Wärmetanken bieten. „Die Sonnenfalle ist das aufwendigste Einzelprojekt. Sie wird vor allem in Übergangszeiten, also im Frühjahr und im Herbst, interessant sein. Im Sommer wird es dort sehr warm werden“, prognostiziert der Bauamtsleiter. In dem rund 60 Quadratmeter großen Raum mit dem gebogenen Dach sollen Sitzgelegenheiten für zehn bis zwölf Leute geschaffen werden.

Neue Aufenthaltsplätze mit abgestimmtem Mobiliär sind in Teilen des Kurparks bereits geschaffen worden und sollen auch weiterhin noch entstehen. Klewwe: „Ein Ziel der Maßnahmen ist es, die Aufenthaltsqualität im Park zu erhöhen.“ Das gelingt nicht nur durch die neuen Bänke, sondern auch das frisch angelegte Wegenetz. Rote und gelbe Klinkersteine führen ebenerdig über die Hauptachsen des Kurparks, der durch die Umbaumaßnahmen komplett barrierefrei wird. „Der Pflegeaufwand wird sich im Vergleich zu vorher für das Personal etwa die Waage halten. Allerdings sind die neuen Gegebenheiten zu berücksichtigen“, sagt Klewwe und weist damit auf einen Haken des verlegten Pflasters hin: Anders als die vorherigen wassergebundenen Wege, können die Steine bei Regen, Laubfall oder Schnee und Eis schneller rutschig werden. Kurgäste und Einheimische können aber trotzdem auch bei ungemütlicherem Wetter einen Spaziergang wagen – nach Angaben des Bauamtsleiters wird der Zustand der Wege jeden Tag überprüft.

Veränderungen im Wegenetz beziehen sich derweil auf mehrere Ebenen: Zum Teil wurden bestehende Strecken ausgebaut, einige Wege bleiben wie gehabt erhalten und wieder andere wurden vollkommen neu angelegt. Eine auffällige Neuheit ist die entstandene, breite Promenade entlang des Ilmenauufers – ein Bereich, der bisher nicht zugänglich war. Einige Nebenwege werden zur Hälfte gepflastert und mit einem Kiesgemisch ausgelegt – aus Kostengründen, aber auch der Nutzbarkeit wegen. Klewwe: „Bei mancher Witterung ist es für gehbehinderte Menschen durchaus angenehmer auf dem nicht so glatten Untergrund zu gehen.“

Eine neue Brücke verbindet inzwischen den sogenannten Karrer, die Teichfläche mit der Fontäne, mit der Ilmenau. Ein Lichtspiel wird in dem Teich zusätzliche Akzente setzen. Strahler an den Brücken sollen diese als Eingangstore in den Kurpark markieren. Neben den optischen Effekten wird sich das neue Lichtkonzept, das zudem neue Strahler in zwei verschiedenen Varianten für die Wege umfasst, auch praktisch auswirken: Rund zwei Drittel der Stromkosten sollen eingespart werden.

Von Wiebke Brütt

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