Der große Hans-Hermann

Straßenkünstlerin Melina Berg malt 3-D-Bild des Bevenser Maskottchens

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Das Eichhörnchen Hans-Hermann ist als 3-D-Bild auf dem Kirchplatz zu bestaunen.

Bad Bevensen – Kunst gerade auch im öffentlichen Raum – die hat sich Bad Bevensen bis Ende Oktober auf die Fahnen geschrieben. „Bad Bevensen: Tierisch gut!“ lautet das Motto.

Blick durch die Linse: Die Kurgäste Renate und Jürgen Pegel verstärken sich den 3-D-Effekt.

Und alles dreht sich seit März um „Hans-Hermann“, das Eichhörnchen, das Maskottchen der Kurstadt ist. Ob am Kurhaus, an Geschäften, an Straßenlaternen oder oberhalb des Portals der Dreikönigskirche – überall sind die künstlerisch gestalteten Hörnchen zu finden. Am Sonntag kam in einer besonderen Kunstaktion ein weiteres Eichhörnchen hinzu: Melina Berg, Künstlerin für Straßenmalerei aus Detmold, gestaltete auf dem Kirchplatz ein sechs mal drei Meter großes Acrylbild. „Dreieinhalb Tage habe ich schon daran gearbeitet“, sagte die 25-Jährige, führte in der Kurstadt bis zum Mittag noch den buschigen Schwanz im Bild aus und schnitt Weißraum anschließend ab.

Mit 5 Jahren hat sie ihr erstes Kreidebild auf die Straße gemalt: Melina Berg. Fotos: HOLZGREVE (2)/BBM (1)

Das Besondere an Bergs Arbeit: Sie gestaltet ihre Straßenkunst in dreidimensionaler Optik. Und so konnten die Passanten, noch unterstützt durch eine große Linse, einen Blick in die Tiefe dieser Kunst wagen. Von vorn betrachtet, sah es tatsächlich so aus, als wachse der Baum, auf dem das Eichhörnchen sitzt, aus dem Pflaster. „Verzerrt“ müsse man malen, sagt Berg. Und in der Tat: Schien der Schwanz des Hörnchens auf den ersten Blick zu lang, war er beim Herantreten genau richtig geraten. Berg gestaltete dabei das Bild mit Acrylfarben auf PVC – das Pflaster blieb unversehrt. „Seit zehn Jahren male ich schon in 3-D“, sagt die Künstlerin, die mit fünf Jahren ihr erstes Kreidebild auf die Straße gezeichnet hat. Bis zum späten Nachmittag war das Bild noch mitten in der Kurstadt zu sehen. Anschließend nahm es die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) in Empfang. Geschäftsführer Gerhard Kreutz kann sich vorstellen, das Bild aus drei Teilen zum Beispiel für die Kurparknacht wieder zusammenzusetzen. Kreutz sieht in der gesamten Kunstaktion einen Erfolg: „Es kommen immer noch Geschäfte dazu. Und die ,Hans-Hermann-Sachen’ sind richtige Renner.“

Passanten und Interessierte blieben immer wieder stehen – und suchten das Gespräch mit der Künstlerin. Die Reaktionen waren überaus positiv: „Toll“, „sehr schön“ oder „die hat aber Talent“ lauteten einige Reaktionen. Letzteres kommentierten zum Beispiel Renate und Jürgen Pegel, die seit 20 Jahren aus Hamburg nach Bad Bevensen kommen.

Für die Künstlerin war das Gespräch mit Interessierten während der Arbeit kein Problem. Mag sie die Kommunikation? „Auf jeden Fall. Am schönsten ist es, wenn ich, wie heute, nicht so schnell fertig werden muss.“

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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