SPD-Fraktion und Grünen/WBB/FDP-Gruppe stellen Anträge zur Nutzung der Beneckewiese

Gradierwerk oder Kurpark?

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Spaziergänger gehen am Gradierwerk in Bad Rothenfelde entlang – die SPD-Fraktion wünscht sich eine solche Anlage auch in Bad Bevensen. 

Bad Bevensen. Lüneburg hat eins, Bad Rothenfelde und Bad Salzuflen sogar jeweils zwei, in Bad Kreuznach gibt es gleich eine ganze Insel davon, und viele weitere deutsche Kur- und Heilbäder schwören auf Gradierwerke.

Geht es nach der SPD-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat, so soll auch in Bad Bevensen eine solche Anlage entstehen – und zwar auf der Beneckewiese an der Straße Im Hagen. Die Sozialdemokraten haben einen entsprechenden Prüfauftrag gestellt, der vom Stadtrat beschlossen werden möge.

Wie berichtet, war das Vorhaben dreier Bevenser Investoren, auf der Beneckewiese Gebäude mit Eigentumswohnungen zu bauen, gescheitert. Die Sozialdemokraten wünschen sich nun auf dem Areal ein barrierefreies Gradierwerk, das mit der Bad Bevenser Jod-Sole betrieben werden möge.

Hans-Peter Hellmanzik

„An zwei bis drei Standorten werden Inhalations-Inseln errichtet“, schreibt der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Hellmanzik in dem Antrag, „die ebenfalls mit der Bad Bevenser Jod-Sole gespeist werden.“ Außerdem sollte ein generationsübergreifender Spielplatz die Wiese ergänzen, „die so den Charakter eines Gesundheits- beziehungsweise Inhalationsparks als genuine Fortsetzung des Kurparks erhält“, heißt es in dem Antrag weiter. Eine Streuobstwiese und ein Kräutergarten könnten das Konzept abrunden. Bei Bund, Land und EU sollten Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Die Gruppe von Grünen, WBB und FDP, die im Bad Bevenser Stadtrat die absolute Mehrheit der Stimmen hat, sowie die BfB-Fraktion haben andere Pläne mit der Beneckewiese, die sich allerdings in einigen Bereichen mit den Vorstellungen der SPD decken. In einem gemeinsamen Antrag fordern die beiden politischen Gruppen, die Fläche durch einen Landschaftsarchitekten beplanen und sie als naturbelassenen Bereich zum Bestandteil des Kurparks werden zu lassen.

Hier sollen sich Wildkräuter ansiedeln, die Anlage einer Wildblumenwiese sei denkbar, auch ein Feuchtbiotop und Streuobst. Grüne, WBB, FDP und BfB sprechen sich auch für einen Mehrgenerationenspielplatz und eine gute Anbindung an die Altstadt aus. Und: Die Stadt soll prüfen, ob der vor einigen Jahren aus der Innenstadt abgebaute „Hawoli“-Brunnen, dessen Bestandteile derzeit in der alten Kläranlage liegen, in die Planung integriert werden kann. Der Künstler sollte in die Planung integriert werden.

„Dadurch würde nicht nur der Maler und Bildhauer Hans-Wolfgang Lingemann späte Genugtuung erfahren – der Brunnen war Gegenstand häufiger künstlerischer Publikationen –, sondern die Stadt würde auch die einmal aufgewandten Kosten wieder in Wert setzen“, argumentieren die Gruppenvorsitzende Katja Schaefer-Andrae und der stellvertretende BfB-Fraktionsvorsitzende Hans-Bernd Kaufmann in ihrem Antrag.

Von Ines Bräutigam

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