Pavillon soll bis Jahresende stehen

Ein Dorf packt an: Gollerner reißen altes Feuerwehrhaus ab

Andreas Schrötke löst die Schrauben in der Holzkonstruktion des alten Schlauchturms.
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Andreas Schrötke löst die Schrauben in der Holzkonstruktion des alten Schlauchturms.

Gollern – Ein kleiner Menschenauflauf hat sich am Gollerner Schlauchturm gebildet. Die Dorfbewohner schenken an der rauchenden Feuertonne heißen Kaffee aus und verfolgen, wie Ulf Behne mit der Hubbühne in die Höhe geht.

Zusammen mit Sohn Jonas legt er Ketten um die bereits geöffnete Holzkonstruktion. Der Turm muss weichen, damit die Dorfgemeinschaft den geplanten Dorfpavillon errichten kann (AZ berichtete).

„Schade, dass er aus dem Ortsbild verschwindet“, meint Behne. Das kleine Bauwerk, etwa 65 Jahre alt, ist ein Stück Feuerwehrgeschichte. Noch sind Kurbel und Rollen zu sehen, mit deren Hilfe die Schläuche zum Trocknen in die Höhe gezogen wurden.

Ulf Behne hat die Pläne für den Dorfpavillon gezeichnet und steigt auf die Hubbühne.

Ulf Behne hat die Pläne für den 40 Quadratmeter großen Dorfpavillon gezeichnet. Er soll Platz für einen Versammlungsraum mit Küchenzeile und Sanitäranlagen bieten. Mit einer Holzverschalung und einem Satteldach soll sich der Bau ins Ortsbild einfügen. Dabei werden auch die Ziegelsteine des kleinen Feuerwehrhäuschens im Sockel wiederverwendet. Das haben die Dorfbewohner bereits an zwei Wochenenden abgetragen. Die abgeklopften Steine liegen sauber aufgeschichtet an der Dorfstraße.

Von der Hebebühne werden Ketten um den oberen Teil des Turms gelegt.

Das Grundstück stellt die Stadt Bad Bevensen zur Verfügung. Die Baukosten für den Holzrahmenbau schätzt Behne auf 25 000 bis 30 000 Euro. 15 000 Euro aus dem Topf für die Ortsvertrauensfrau sind dafür eingeplant. Den Rest wollen die Gollerner durch Eigenleistung aufbringen. „Es sind genug Handwerker im Dorf dabei“, sagt der 53-Jährige, selbst Tischler von Beruf. Auch vorhandenes Material wird genutzt. Im März geht es los. Bis zum Ende des Jahres soll das Gebäude stehen. „Man muss ein Ziel haben“, sagt Behne optimistisch.

Um das Haus zu betreiben, haben die Gollerner einen Verein gegründet, der jetzt schon 35 Mitglieder zählt: Dorfgemeinschaft Gollern e.V. „Man muss ein Instrument haben, um das Dorfleben zu beleben“, sagt der frisch gewählte Vorsitzende Konstantin Matthai (29).

VON GERHARD STERNITZKE

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