Addenstorfer Bestand vor Auflösung: Besitzer der 20 Tiere bestätigt Anfrage

Gnadenhof kauft Damwild

+
Zu wenig Futter, gefrorenes Tränkwasser und mangelnde Pflege. Die Anwohner des Damwildgeheges bei Addenstorf beklagten immer wieder Missstände auf dem Gelände. Im Februar erließ der Landkreis eine Verfügung zur Auflösung des Bestands.

Addenstorf. Die Anwohner des Wildtiergeheges Addenstorf atmen auf. „Die Tiere kommen auf einen Gnadenhof nach Brandenburg“, erklärt die sichtlich erleichterte Ingrid Krüger aus Jelmstorf gegenüber der AZ.

Gemeinsam mit weiteren Einwohnern hatte sie sich dafür eingesetzt, die insgesamt 20 Tiere des Damwildgatters vor dem Erlegen zu retten. Wie berichtet, soll der gesamte Bestand aufgrund anhaltender Missstände bis Montag, 8. April, aufgelöst werden.

„Ja, es stimmt, alle Tiere werden von einem Hof abgekauft“, bestätigt Stefan Mennerich, Besitzer des Damwilds, auf Nachfrage der AZ. Ein genauer Termin zur Abholung seitens des Gnadenhofes stehe noch nicht fest. Über eine Internetplattform des Vereins „Deutschland sagt Nein zum Tiermorden“ hatte Ingrid Krüger einen öffentlichen Aufruf gestartet, um den Tieren ein neues Zuhause zu geben. Gestern Vormittag folgte die erlösende Zusage des brandenburgischen Gnadenhofes „Lehnitz“.

Rückblick: Bereits seit Jahren beschäftigen die Zustände im Damwildgatter die Behörden. Immer wieder gab es Beschwerden, die auf unzureichende Fütterung und Vernachlässigung der Tiere hinwiesen. Im Jahr 2010 wurden Befürchtungen laut, dass die Erlegung der Wildtiere im Addenstorfer Gatter nicht ordnungsgemäß erfolgen könnte. Das Veterinäramt räumte daraufhin Fehler seitens des betreffenden Schützen ein. Auch die Tierschutzorganisationen „Vier Pfoten“ und „PETA“ hatten sich eingeschaltet. Anfang dieses Jahres wandten sich beunruhigte Anwohner an den Naturschutzbund (NABU) in Uelzen und beklagten erneut Missstände. Das Kreisveterinäramt erließ kurz darauf als Konsequenz eine Verfügung zur Auflösung des Bestands. Zugleich betonte Kreissprecher Martin Theine, dass die Entscheidung über die Zukunft der Tiere rechtlich in der Hand des Besitzers liege. Landkreis und Veterinäramt hätten dort keine Handlungsgewalt.

Von Melanie Jepsen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare