BfB-Fraktion fordert Austritt von Bad Bevensen in der Lüneburger Heide GmbH

„Gesunder“ Tourismus ?

Jürgen Clauß, Geschäftsführer des Vereins „Heideregion Uelzen“, meint, dass der Gesundheitsaspekt für die Kurstadt Bad Bevensen stärker herausgehoben werden sollte.

Uelzen/Bad Bevensen. Die Druckfahne des Gästemagazins der Heideregion Uelzen für 2013 liegt bei Jürgen Clauß schon auf dem Schreibtisch.

In der kommenden Woche soll es in den Druck gehen, damit es unter der Dachmarke „Lüneburger Heide“ bei den anstehenden Messen Berücksichtigung findet. Beim Durchblättern verweilt Clauß auf den Seiten, auf denen Zimmerangebote aus Bad Bevensen zu finden sind. Die Touristiker der Kurstadt nehmen gleich zweimal Geld in die Hand, erklärt er. Einmal für Anzeigen in einem von Bad Bevensen herausgebenen Gastgeberverzeichnis und zusätzlich noch einmal in von der Lüneburger Heide und ihren Kooperationspartnern herausgegebenen Broschüren und Magazinen, so Clauß, der selbst Geschäftsführer von einem Kooperationspartner ist – dem Verein „Heideregion Uelzen“. Dieser hat besonders die Interessen der Touristiker im Landkreis Uelzen im Blick. Der Geschäftsführer ist der Überzeugung, dass Bad Bevensen künftig unter der Dachmarke Lüneburger Heide noch anders beworben werden sollte, damit das besondere Profil der Stadt deutlich wird. Denn der Schwerpunkt des Tourismus in der Kurstadt sei der Gesundheitsaspekt. Bei der derzeitigen Marketingstrategie der Lüneburger Heide GmbH falle Bad Bevensen durch das Raster, so Jürgen Clauß. Die GmbH setze auf Stadt-, Land- und Freizeittourismus, der Bereich Gesundheit passe in keine dieser Kategorien richtig.

Ein Kritikpunkt, der auch bei einer Evaluation der GmbH, die nun vom Kreistag behandelt wird, Berücksichtigung fand (die AZ berichtete). Für die Fraktion „Bürger für Bad Bevensen“ ist das Ergebnis der Beurteilung zu Bad Bevensen ein Grund mehr, sich stark für einen Austritt der Kurstadt aus der Lüneburger Heide GmbH zu machen. Die Stadt ist wie die Landkreise Uelzen, Harburg, Celle, Lüneburg und Soltau-Fallingbostel sowie die Stadt Celle und Lüneburg Mitgesellschafterin der GmbH. Die Kommune zahlt dafür 50 000 Euro pro Jahr. Ein Betrag, der für Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka von „Bürger für Bad Bevensen“ in keinem Verhältnis zu den erbrachten Leistungen steht. Sie ist der Überzeugung, dass die Mitgliedschaft des Landkreises Uelzen in der Gesellschaft ausreichend ist. „Die BfB wird daher einen Antrag auf Kündigung des Gesellschaftstatus der Stadt Bad Bevensen einbringen“, schreibt sie der AZ.

Die Möglichkeit zum Austritt hätte Bad Bevensen sogar, wie der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, Ulrich von dem Bruch, im AZ-Gespräch bestätigte. Fünf Jahre nach der Gründung der GmbH bestehe erstmal ein Kündigungsrecht, allerdings mit einer Kündigungsfrist von drei Jahren. Heißt: Die Kommune müsste als Mitgesellschafter bis zum 31. Dezember 2012 den Ausstieg erklären, der dann Ende 2015 gültig wird. Die lange Kündigungsfrist sei vereinbart worden, damit die Gesellschaft handlungsfähig bleiben könne, so von dem Bruch. Der Geschäftsführer bezweifelt allerdings, ob eine Kündigung für Bad Bevensen der richtige Weg ist. Die Lüneburger Heide GmbH sei in der Lage, mit einem starken Namen das Urlaubsgebiet überregional zu bewerben. „Eine Kirchturmvermarktung hat sich in der Vergangenheit nicht bewährt“, sagt er. Und gehört werden müssten in dieser Frage auch die Hotels, die mit Leistungen zufrieden seien, so der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH weiter.

Wie Bad Bevensen letztlich als Gesellschafter profitiert, das will der Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch am kommenden Donnerstag während der nächsten Stadtratssitzung erläutern. Für den Besuch gebe keinen besonderen Anlass, sagt er. Es gehöre zum jährlichen Ablauf, dass die Lüneburger Heide GmbH im Herbst den Gesellschaftern einen Überblick liefere.

Von Norman Reuter

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