Oberschule Ebstorf zieht Bilanz / Zwei Jahre voller Hürden und Herausforderungen

„Gestaltung hört nie auf“

+
Der Alltag in der Oberschule Ebstorf fordert Schüler und Lehrer gleichermaßen.

Ebstorf. Einer der ersten Wahlsprüche der Schule „Oberschule Ebstorf – mehr als die Summe der Teile“ war schnell gefunden. Aus zwei so unterschiedlichen Schulformen wie einer Hauptschule und einer Realschule eine Oberschule zu machen und das innerhalb kürzester Zeit, mutete nicht nur den beiden Schulleitern Jörg Kaufmann (RS) und Johannes Vogt-Krause (HS) an wie die „Quadratur des Kreises“.

Auch innerhalb der Lehrerschaft der beiden Schulformen regte sich erhebliche Skepsis, als der Landkreis Uelzen 2011 verfügte, dass es ab dem Schuljahr 2011/2012 nur noch eine Oberschule in Ebstorf geben sollte.

Was in der Folge dieser Entscheidung geschah, erstaunte nicht nur die Kenner der Materie: Anstatt sich in den Schmollwinkel zurückzuziehen, gingen die Schulleiter gemeinsam mit einer Planungsgruppe ein Vierteljahr vor dem geplanten Zusammenschluss in Klausur, um das Konzept für den Anfang zu erarbeiten. Es ging in erster Linie darum, den Einstieg in die neue Schule zu planen, die Eltern davon zu überzeugen, dass auch eine Oberschule, wie vorher die beiden „alten“ Schulformen auch, ein guter Ort für die weitere Bildung und Ausbildung ihrer Kinder sein würde, erklärt der stellvertretende Schulleiter Johannes Vogt-Krause in einer Pressemitteilung der Schule.

Es habe sich schnell herausgestellt, dass die Planungsgruppe, bestehend aus den Schulleitern und Lehrkräften der beiden Schulformen, bereit war, die Synergiemöglichkeiten beim Schopf zu packen. „Weitgehend frei von Statusdenken, Vorurteilen und anderen Missklängen gingen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran, die Zusammenführung der beiden Schulen voranzutreiben und konzeptionell abzusichern“, sagt er. Dazu gehörten Fragen wie: Wie gestalten wir die erste Einschulungsfeier? Wie bekommen wir die Lehrkräfte an einen Tisch? Oder auf welche Anforderungen bezüglich der unterschiedlichen Leistungsniveaus müssen wir uns einstellen? Das Schuljahr 2011/2012 sei genutzt worden, um an den Konzepten zu arbeiten, sagt Vogt-Krause. Im Vordergrund habe die Arbeit der Fachkonferenzen und die Anpassung der schulischen Arbeitspläne an die neuen „Kerncurricula“ der Oberschule mit dem Schwerpunkt innere und äußere Differenzierung getsanden. Im Oktober/November 2011 war das gemeinsame Lehrerzimmer bezogen, die Planungen für einen neuen Lehrerarbeitsbereich und die Verwaltung fertiggestellt. Teamentwicklung, konzeptionelle Aufstellung, Baumaßnahmen – das waren die Schwerpunkte der Arbeit im ersten Schuljahr der Oberschule. „Sie forderten die Mitarbeiter und die Schulleitung in besonderer Weise“, so Vogt-Krause.

„Wir sind Oberschule“, diese Überzeugung habe mehr und mehr Platz eingenommen, sagt der stellvertretende Schulleiter. „Und spätestens nach der Einschulung des zweiten 5. Jahrgangs war den meisten klar, dass das Projekt gelingen kann“, so Vogt-Krause. Natürlich habe es Schwierigkeiten gegeben. Und es gebe sie noch. „Die Gestaltung einer Schule hört nie auf, sie bedeutet für alle Akteure ein Feld, das immerwährend beackert werden muss, damit es gute Früchte trägt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare