Polizei vermutet fremdenfeindlichen Anschlag

Geplante Flüchtlingsunterkunft in Bad Bevensen brennt

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In der Nacht zu Sonntag wurde in dem Komplex des ehemaligen Intermarché (r.) in Bad Bevensen ein Feuer gelegt. Der Kreis wollte dort eigentlich Flüchtlinge unterbringen. Die Polizei vermutet ein ausländerfeindliches Motiv hinter der Brandstiftung.

js Bad Bevensen. Brandanschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Supermarkt Intermarché in Bad Bevensen: Nach den derzeitigen Ermittlungen der Polizei waren die Täter in der Nacht zu gestern gewaltsam in den Gebäudekomplex eingestiegen.

Der Landkreis Uelzen hatte die Immobilie erworben und wollte dort ab kommenden Jahr bis zu 200 Flüchtlinge unterbringen. Erste Umbau- und Renovierungsmaßnahmen liefen bereits.

Die Täter legten gestern Nacht ein Feuer, das sich bis in den Dachstuhl ausbreitete. Parallel drehten sie die Wasserhähne auf und verstopften die Abflüsse. Es entstanden mehrere tausend Euro Schaden, so die Polizei.

Unter schwerem Atemschutz löschte die Feuerwehr den Brand in dem Gebäude.

Sie hält aufgrund der Gesamtumstände ein ausländer- beziehungsweise flüchtlingsfeindliches Motiv für nicht unwahrscheinlich. Der Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingeschaltet. Ein Passant bemerkte zufällig gegen 8.15 Uhr die Rauchentwicklung und alarmierte die Bevenser Feuerwehr. Ob größerer Schaden an der Statik der Dachkonstruktion des alten Supermarktes entstanden ist, muss in den kommenden Tagen ein Sachverständiger klären, so die Polizei.

Mit dem Umbau zur Flüchtlingsunterkunft wollte der Landkreis Uelzen auch erreichen, dass die beiden Turnhallen der Pestalozzischule und des Lessing-Gymnasiums in Uelzen wieder für den Schulsport zu Verfügung stehen. In den beiden Hallen sind derzeit rund 170 Menschen untergebracht.

Hinweise insbesondere auch zu verdächtigen Beobachtungen im angrenzenden Gewerbegebiet Kurze Bülten nimmt die Polizei Uelzen unter (05 81) 93 00 entgegen.

Von Jens Schopp

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