Bad Bevensen: Experten stellen Zwischenergebnisse der Machbarkeitsstudie vor

Geothermie ohne Fracking

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Bad Bevensen. „Fracking wird es in Bad Bevensen nicht geben“, sagt Bürgermeister Martin Feller (Grüne) und reagiert damit auf eine Angst, die in Zusammenhang mit Geothermie immer wieder im Raum steht.

Für die Nutzung der Erdwärme, wie sie die Kurstadt Bad Bevensen in Zukunft anvisiert, wären zwar Bohrungen, nicht aber die Einbringung von Chemikalien oder Gas in das Erdreich notwendig. „Wir arbeiten nur mit Wasser“, betonte auch Geothermie-Fachmann Professor Dr. Dieter Michalzik vergangene Woche bei einer öffentlichen CDU-Wahlkampfveranstaltung. Dort hatte er erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Geothermienutzung in der Kurstadt verkündet – eine Woche bevor die Stadtvertretung über die von der Stadt in Auftrag gegebene und zu 90 Prozent vom Land Niedersachsen finanzierte Untersuchung informiert wurde (AZ berichtete). Am Dienstag präsentierte er dann gemeinsam mit Dr. Andreas Schuck von der Geophysik und Geotechnik Leipzig GmbH die Ergebnisse der ersten Phase der Machbarkeitsstudie in nicht öffentlicher Sitzung dem Verwaltungsausschuss der Kurstadt. „Die zeitliche Abfolge war sicher ungünstig. Einen Nachteil haben wir dadurch aber nicht – vielleicht ist sogar eher das Gegenteil der Fall“, sagte Feller. Denn Bevensens Geothermie-Pläne seien nun auch Ursula Heinen-Esser (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, präsent, die bei der Veranstaltung referiert hat.

In Augenschein genommen wurden unter anderem seismographische Daten zur Bodenstruktur des Stadtgebiets – die jüngsten stammten aus dem Jahr 1979. Interessant für die Geothermienutzung in Bad Bevensen sind vor allem zwei Erdschichten, wie Bauamtsleiter Roland Klewwe erklärt: die sogenannte Rhät-Schicht in etwa 1500 Metern Tiefe und die Buntsandsteinschicht in etwa 2900 Metern Tiefe. Bei ersterer rechnen die Experten mit Temperaturen von bis zu 95 Grad, was für die Versorgung der Abnehmer mit Wärme – Herz- und Gefäßzentrum, Jod-Sole-Therme und Diana-Klinik haben Interesse angemeldet – reichen würde. In 2900 Metern Tiefe werden 130 Grad erwartet, was sogar Stromerzeugung aus Erdwärme möglich machen könnte. Die Wirtschaftlichkeit beider Varianten wird in der zweiten Phase der 250 000 Euro teuren Studie genauer untersucht, die innerhalb der nächsten drei Wochen von der Stadt in Auftrag gegeben wird. Seite 6

Von Wiebke Brütt

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