Asyl im Landkreis Uelzen: Hauptamtliche Bürgermeister starten Offensive

Gemeinsam auf Quartiersuche

Bad Bevensen/Landkreis. Schulterschluss beim Thema Asyl: Die hauptamtlichen Bürgermeister des Landkreises Uelzen starten eine Wohnraumoffensive.

„Wir haben eine Bringschuld und wir sind Willens, das ohne rechtliche Zwänge zu bewältigen“, kündigt Aues Bürgermeister Harald Benecke gestern im Beisein seiner Amtskollegen aus Bevensen-Ebstorf, Bienenbüttel, Rosche, Suderburg und Uelzen an – gut zwei Wochen, nachdem der Landkreis Uelzen eine sogenannte „Heranziehungssatzung“ ins Spiel gebracht hat, und vier Tage bevor diese im Kreisausschuss diskutiert wird.

Am Dienstag berät die Kreispolitik über drei Versionen eines Regelwerks, über das die Aufgabe Asyl ganz oder in Teilen auf die Kommunen des Kreises übertragen werden könnte. Derzeit ist der Kreis für das Komplettpaket von der Unterbringung bis zur gesundheitlichen Versorgung zuständig – eine strukturelle und finanzielle Belastung. „Es gibt zwar weitere Unterstützung vom Land – aber es fehlen immer noch etwa 2000 Euro pro Asylbewerber“, geht Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt auf die Kosten ein, um dann jedoch direkt zu betonen: Im Fokus stünden für ihn und seine Mitstreiter nicht die Finanzen, sondern die notleidenden Menschen. „Es ist unsere humanitäre Pflicht, die Menschen aufzunehmen.“

Darum der Appell an Politik und Einwohner der Kommunen, Wohnraum für Asylbewerber anzumelden – dezentrale Lösungen und mögliche Gemeinschaftsunterkünfte. „Es geht nicht mehr darum, wo es passt, sondern grundsätzlich Platz zu schaffen“, weist Bevensen-Ebstorfs Bürgermeister Hans-Jürgen Kammer auf die Zeitnot hin. Herr werden könne man dem Flüchtlingsstrom nur in der bewährten Struktur – also zentralisiert über den Kreis. Die Kommunen wollen ihrerseits die Bevölkerung für das Problem sensibilisieren, Ehrenamtliche mobilisieren und organisieren. So sollen beispielsweise die Ordnungsämter unterstützen und gemeinsam mit Vereinen, Kirchen sowie Kindertagesstätten Pläne geschmiedet werden, wie Asylbewerber besser integriert werden können.

Derzeit leben im Kreis 521 Asylbewerber (Stand 1. Juli). Davon sind 247 Personen in Uelzen, 188 in Bevensen-Ebstorf, 30 in Aue, 27 in Rosche, 12 in Suderburg und 17 in Bienenbüttel untergebracht. Verteilt werden die Asylsuchenden nicht nach der Einwohnerzahl der Kommunen, sondern nach dem angebotenen Wohnraum. Bis Ende September erwartet der Kreis 247 weitere Asylbewerber. Seite 5

Von Wiebke Brütt

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