Krippengruppe in Bad Bevensen offiziell eröffnet / Umbau kostete 155 000 Euro

Gemeinsam zum ersehnten Ziel

Genossen den besonderen Tag: Krippenleiterin Michaela Mauß (rechts), die gemeinsam mit Constanze Otto und Franziska Graf (links) künftig die Kleinen in der Bad Bevenser Einrichtung betreut. Fotos: Kiriczi

Bad Bevensen. Es war ein großer Tag für die Kinder und ein großer Tag für Bad Bevensen.

Nachdem Anfang Januar die zweite Krippe an der Röntgenstraße ihren Betrieb aufgenommen hatte, folgte gestern die offizielle Einweihung: Das ehemalige Pfarrhaus, in dem Pastor Hermann-Georg Meyer zwölf Jahre gewohnt hatte, wurde für 155 000 Euro zu einer Krippe umgebaut. Was nunmehr entstanden ist, ist mehr als eine zweite Krippe. Auf dem Areal ist ein Kinderzentrum entstanden, sind Möglichkeiten geschaffen worden, damit sich Kinder frei und unbeschwert bewegen können.

„Es ist die beste Kinderkrippe, die es im ganzen Landkreis Uelzen gibt“, schwärmen die Architekten Carola Gräflich und Marcel Monard aus Lüder. Es war für sie eine Herausforderung, die sie mit viel Herzblut und Unterstützung durch das Kindergartenteam angenommen haben; hatte das Gebäude aus den sechziger Jahren doch einen erheblichen Investitionsstau. Auch Pastor Meyer schwärmte vom neuen Gesicht des Gebäudes, in dem er einst gewohnt hat. In einer kleinen Andacht wollte er die Einrichtung mit einem Kapitel aus Matthäus 18 unter den Schutz und Segen Gottes gestellt wissen. Er erinnerte, dass Jesus forderte: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“. Da wo Kinder seien, da sei Leben. Sie sollten sich unbefangen und selbstbewusst in ihrem Haus bewegen. „Erwachsene sehen die Welt oft zu kompliziert, sie sollten sich wie die Kinder unbeschwert bewegen“, wünschte sich Meyer und freute sich über die Unterstützung durch die Politik und den Kirchenkreis. Die neue Krippe wird von Michaela Mauß geleitet, gemeinsam mit Constanze Otto und Franziska Graf. Kinder ab einem Jahr werden aufgenommen. Das Betreuungsangebot geht von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr.

Die Kinder hatten eigens zwei Lieder einstudiert. „Du bist ein Ton in Gottes Melodie, ein schöner Ton in seiner Symphonie...“, sangen die Kinder vom Kindergarten voller Inbrunst mit. „Den Text können wir ganz toll“, verkündete ein Junge lautstark. „Wir beginnen den Tag immer mit Musik“, sagte die Leiterin der Kindertagesstätte Birgit Waltje, die den Kinderchor auf der Gitarre begleitete. Und beim zweiten Lied „Siehst du, wie ich lachen kann...“ machten sie gestenreich mit. Birgit Waltje informierte, dass in der Kindertagesstätte 165 Kinder von 45 Mitarbeitern betreut werden. Es ist praktisch ein kleines mittelständisches Unternehmen, das sie managt.

Die Architekten sprachen über die Schwierigkeiten des Baus. Sie hoben den „unglaublichen Einsatz“ des Kindergartenteams hervor, das mit Hand angelegt hat und mit den Putz von den Wänden stemmte. Das Haus wurde behindertengerecht ausgebaut. Ein Treppenlift an der Außenfront des Hauses soll das Konzept ergänzen. Ein Raum für pädagogische Arbeiten wurde geschaffen sowie ein Mitarbeiterraum und ein Büro für die Kindertagesstättenleiterin. Allerdings ging Monard auch auf die Vorschriften zum Brandschutz ein, die den Bau erschwert haben. Es musste eine vernetzte Brandmeldeanlage wie für ein Hotel mit Übernachtungen eingebaut werden. Bürgermeister Martin Feller versicherte, dass die politische Gemeinde sich glücklich schätze, dass die Krippe verwirklicht werden konnte. „Wir hatten uns als Träger für die Kirche wegen ihres pädagogischen Konzepts entschieden“, so Feller. Es ist eine Kindertagesstätte, die viel anbiete. Von dem flexiblen Betreuungsangebot bis zur Inklusion. Pastor Michael Kardel, Vorsitzender des Vorstandes für den evangelisch-lutherischen Kindertagestättenverband Uelzen, ist sicher, dass ein Glanzlicht entstanden sei und freut sich, dass der Verband „so seine Arbeit nach draußen tragen kann und ein Profil hat, das sich nicht zu verbergen braucht“.

Von Gudrun Kiriczi

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