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Förderung ermöglicht neue Produktion im Jahrmarkttheater Bostelwiebeck

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Szene aus „Unser Lied für Torfbostel“
Derzeit läuft „Unser Lied für Torfbostel“ im Jahrmarkttheater Bostelwiebeck. Thomas Matschoß gibt schon einen Ausblick auf die neue Spielzeit. © Holzgreve

Die Show muss weitergehen. Auch wenn zwischenzeitlich manchmal nur 20 Zuschauer kamen – das Jahrmarkttheater Bostelwiebeck spielt, ausgerüstet mit einer guten Lüftungsanlage, weiter und bedient das Bedürfnis nach etwas Kultur in schweren Zeiten. Ein Tanztheater tritt im Januar auf und „Unser Lied für Torfbostel“ geht noch mehrmals über die Bühne. Der Untertitel „Ein Theaterabend gegen die Angst“ ist Programm. Für Optimismus sorgt auch ein Förderbescheid des Landes. Das freie Theater erhält für seine Arbeit im neuen Jahr eine Summe von fast 50 000 Euro.

Bostelwiebeck – Damit ist auch die wichtigste Produktion der neuen Theatersaison, „Durst“, ein Stück über Klimawandel und Migration von und mit dem Schauspieler Thorsten Hammann gesichert. Die ersten Proben laufen schon, berichtet Theater-Chef Thomas Matschoß. „Wir machen ein Schauermärchen am Lagerfeuer“, kündigt er an. „Oma Sanne wird dazu mit den Leuten schnacken und Musik spielen.“ Oma Sanne – seine Kunstfigur, durch die der Schauspieler, Regisseur und Autor ohne Berührungsängste mit seinem Publikum ins Gespräch kommt.

Auch die weiteren Planungen für das Jahresprogramm laufen auf Hochtouren. „Mond“ soll ein weiteres Stück im Sommer heißen. „Wenn wir die Förderung bekommen“, schränkt Matschoß ein, denn auch ein freies Theater kann nicht allein von den Eintrittsgeldern leben. „Wir werden auf die Spur der verschwundenen Dinge gehen“, verrät der Theater-Chef. „Das wird etwas Unterhaltsames und sehr Schräges werden.“ Zudem gibt es eine Neuauflage von „Patience Camp“, das die ungewöhnliche Geschichte der Polarexpedition von Ernest Shakleton erzählt.

Die zweite Hälfte der jetzt verkündeten Förderung ist frei verwendbar und sogar leicht erhöht worden. Das Geld ist flexibel für Organisation, Gastspiel-Betreuung, Elektrik oder Pressearbeit einsetzbar. Die renommierte Auszeichnung mit dem Theaterpreis des Bundes (AZ berichtete) ist für das Theater ein Pfund bei der Bewerbung um Fördermittel.

„Das Jahrmarkttheater Bostelwiebeck ist eine große Bereicherung für unseren Landkreis und bundesweit bedeutsam in der freien Theaterkultur. Ich freue mich, dass wir diese Einrichtung wirkungsvoll unterstützen können“, betont der örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer, Sprecher seiner Fraktion für Wissenschaft und Kultur. „Mit der Förderung der freien Theaterszene soll das kulturelle Angebot in Niedersachsen, insbesondere auch im ländlichen Raum, sichergestellt werden.“

Zwischendurch hat Thomas Matschoß Zeit gefunden, das nächste Kapitel in seinem „Roman drei“ zu schreiben. Im literarischen Zoom-Salon liest er bei Online-Terminen aus der Geschichte vor. Mit seinem Publikum „schnackt“ der Theatermacher über das Gelesene und beantwortet Fragen. „Ich finde es spannend, während der Roman entsteht, im Austausch mit den Lesern zu stehen“, sagt Matschoß. Er hofft, den Roman bis zum nächsten Jahr abzuschließen.

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