Bevensen-Ebstorf: Radweg zwischen Vinstedt und B 4 rückt näher / Mehrheitsgruppe stellt Antrag

Geht Samtgemeinde in Vorleistung?

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Könnte früher verwirklicht werden, als gedacht: Der Radweg zwischen Vinstedt und der Bundesstraße 4 ist schon lange geplant – mit einer Vorfinanzierung durch die Samtgemeinde könnte er verwirklicht werden. Die Teilstrecke Vinstedt–Ebstorf wurde bereits vergangenes Jahr umgesetzt.

Bad Bevensen/Vinstedt. Eine Fahrradtour von Ebstorf nach Bad Bevensen – und nicht zwischen Autos, sondern einem seperaten Radweg. Das könnte schneller Wirklichkeit werden, als noch vergangene Woche gedacht.

Denn die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grüne, WBB und Keine A 39 im Samtgemeinderat Bevensen-Ebstorf wagt einen politischen Vorstoß für eine Variante, die Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller am Donnerstag noch vorsichtig als mögliches „Licht am Ende des Tunnels“ bezeichnet hatte: Die Vorfinanzierung eines Radwegestückes.

Zur Vorgeschichte: Der Kreisausschuss Uelzen hatte in seiner jüngsten Sitzung die Reihenfolge der umzusetzenden Radwegebauprojekte an Kreisstraßen beschlossen. Basis für diese Prioritätenliste, nach der von 2014 bis 2018 sechs Radwege an Kreisstraßen realisiert werden sollen, waren Reihenfolgen, die die betreffenden Samtgemeinden und die Einheitsgemeinde Bienenbüttel in ihren Gremien diskutiert und dann beim Landkreis eingereicht hatten. Die Kommunen hatten nicht nur eine Reihenfolge, sondern auch die entsprechenden Begründungen dem Landkreis zur Verfügung gestellt. Im Fall der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf wichen öffentlich die Vorstellungen der Kreistagsabgeordneten von denen der Samtgemeindepolitik ab: Denn während die Samtgemeinde der kompletten Strecke von Vinstedt bis zur Bundesstraße 4 an der Kreisstraße 11 höchste Priorität eingeräumt hatte, setzte der Kreis nur das Teilstück Barum–B 4 an Platz zwei der Reihenfolge. Die Strecke zwischen Vinstedt und Barum landete auf Platz sechs der Rangliste und könnte demnach erst 2018 realisiert werden – ein Zeitplan, der der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf gleich aus mehreren Gründen nicht passt: Zum einen sei der Teil Vinstedt–Barum der gefährlichere der beiden Teile. Zum anderen sollte der vollständige Radwegebau als verbindendes Element zwischen beiden Zentren der fusionierten Samtgemeinde fungieren. Zudem basiere die vom Kreis festgelegte Reihenfolge „auf den Vorschlägen der alten Samtgemeinden Bevensen und Altes Amt Ebstorf, der von der neuen Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf aktualisierte Vorschlag, beide Teilstücke vorrangig, als eine Maßnahme zu behandeln, ist leider nicht berücksichtigt worden“, erklärt die Mehrheitsgruppe in ihrem Antrag. „Entsprechend der beschlossenen Projektliste könnte das Teilstück Vinstedt–Barum somit an sich frühestens vier Jahre nach Fertigstellung des Teilstücks Barum–B 4 realisiert werden.“ Um diesen Vorgang zu beschleunigen, beantragt die Gruppe nun, dass die Samtgemeinde für das zweite Teilstück, also Vinstedt–B 4 in Vorleistung tritt – eine Option, die der Kreis der AZ gegenüber vergangene Woche bestätigt hat.

Konkret in Zahlen würde die Vorfinanzierung für die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf eine Mehrbelastung im Haushalt von 7000 bis 10 000 Euro bedeuten – eine Summe, die nach Auskunft von Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer mit dem Zukunftsvertrag zu vereinbaren sei. Der zwingt die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf und deren zwölf Mitgliedsgemeinden nämlich dazu, bis zum Jahr 2021– so lange läuft der Vertrag mit dem Land Niedersachsen nämlich, es sei denn, die darin vereinbarten Sparziele werden früher erreicht – den Gürtel enger zu schnallen (die AZ berichtete).

Der Antrag der Mehrheitsgruppe wird auf der kommenden Samtgemeinderatssitzung diskutiert.

Von Wiebke Brütt

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