Diebstähle in Bad Bevensen / Experten warnen vor gesundheitlichen Schäden durch Rauchen der Triebe

Gefährlicher Rausch durch Hortensien

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ib Bad Bevensen. Für die einen sind es wunderbare Gartenpflanzen, die mit ihren üppigen Blüten ein wahrer Hingucker sind. Für die anderen sind sie offensichtlich eine Quelle des Rausches – Hortensien.

In den vergangenen Wochen registrierte die Polizei vermehrt Diebstähle von Hortensien-Trieben aus Privatgärten in Bad Bevensen sowie Amelinghausen.

„Das Phänomen ist nicht ganz neu“, wissen Ermittler der Polizei. Denn auch in anderen norddeutschen Regionen und Bundesländern kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Hortensien-Diebstählen. „Und das nicht, weil die Gewächse so dekorativ sind, sondern weil sich die getrockneten Blüten und Blätter sowie die Jungtriebe rauchen lassen“, informieren die Beamten. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass eine potenzielle, wenn auch überschaubare „Hortensien-Szene“ existiert. Dennoch sei eine „Überbewertung dieser Entwicklung nicht angebracht“. Die physischen Nachteile des Missbrauchs der Pflanze überwiegen derart, dass eine langfristige Etablierung der Hortensie als Marihuanasubstitut eher nicht zu erwarten sei.

In einschlägiger Fachliteratur wird die Hortensie als Ersatzstoff für Marihuana aufgeführt. Eine „bewusstseinsverändernde-euphorisierende“ Wirkung der Hortensie wird beschrieben, gilt aber als umstritten. Experten warnen vor den gesundheitlichen Folgen des Konsums. So gelten bei übermäßiger Dosierung Schwindel, Beklemmungen und zentralnervöse Störungen als gesicherte Symptome. Zudem werden beim Verbrennen der Hortensie bzw. beim Anzünden der Blüten hochgiftige Blausäureanteile frei gesetzt. Auch deshalb rät die Polizei vom Konsum der Hortensie als Droge massiv ab.

Die Stoffe der Hortensie sind im Betäubungsmittelgesetz nicht erfasst; ein Verkauf oder Handel ihrer Blüten und Blätter steht deshalb nicht unter Strafe. Die Polizei ermittelt trotzdem – wegen Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

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