Feuerwehrhaus in Wriedel nach langwieriger und problematischer Bauphase endlich eingeweiht

Die Geduld hat sich gelohnt

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Ein glücklicher Ortsbrandmeister (l.) und ein erleichterter stellvertretender Gemeindebrandmeister: Hans-Werner Gade und Hans-Jürgen Cordes freuen sich über den Feuerwehr-Neubau. 

Wriedel. So jung und schon geschichtsträchtig: Das Wriedeler Feuerwehrhaus hat Politik und Feuerwehr während der Bauphase einiges an Geduld abverlangt. Mehrfach kam es zu Kostensteigerungen und Verzögerungen (AZ berichtete).

Hans-Jürgen Kammer

Da überrascht es kaum, dass zur offiziellen Übergabe des Gebäudes am Sonnabend die eine oder andere Anekdote zum Besten gegeben wurde: Wie die Tage – teilweise morgens um 7 Uhr – mit Besprechungen zum Bauprojekt begannen, erinnert sich Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer. „Ja, wir wären gerne früher fertig geworden“, sagt er, „aber das Endergebnis zählt. “.

Bereits 2010 stand in Wriedel fest: ein Neubau muss her. Es folgten etliche Planungsschritte, 2015 dann der Abriss des alten Feuerwehrhauses und die anschließende Bauphase. „Es war für uns in den vergangenen drei Jahren keine leichte Zeit“, berichtet Ortsbrandmeister Hans-Werner Gade. „Neben den Übungen und Einsätzen, dann noch die Zeit aufzubringen, 3800 Stunden Eigenleistung in dieses Feuerwehrhaus zu investieren – das ist nicht selbstverständlich.“ Beinahe täglich klingelte bei ihm im vergangenen halben Jahr das Telefon. Firmen, Arbeiter, Architekten – alle wollte sie etwas von ihm. Voller Ungeduld saß derweil nicht selten der frühere Ortsbrandmeister Werner Gade – 94 Jahre alt – im Auto auf dem Parkplatz nebenan und beobachtete die Baustelle. „Hoffentlich geht es bald schneller weiter“, habe er oft gedacht.

Für 1,3 Millionen Euro ist an der Wulfsoder Straße nun eine moderne Stahlhalle entstanden, in der fünf Fahrzeuge Platz finden. Daran schließt sich der Verwaltungstrakt mit Büro, Sanitärräumen, Umkleiden, Jugend- und Unterrichtsraum an. „Wir müssen junge Leute gewinnen. Das können wir hiermit“, prognostiziert der stellvertretende Kreis- und Gemeindebrandmeister Hans-Jürgen Cordes. „Mit der vernünftigen Technik, die jetzt hier vor Ort ist, haben wir alle Voraussetzungen, dass wir diese Feuerwehr lange, lange erhalten können.“

Es könnte sich in Wriedel um den letzten individuell geplanten Bau eines Feuerwehrhauses in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf handeln. Künftig solle eine einheitliche Bauweise umgesetzt werden, kündigt Kammer an. Das sei schneller und günstiger. „Nur so können wir den viel diskutierten Brandschutzbedarfsplan umsetzen.“ Die Idee muss aber noch im Feuerwehr- sowie im Samtgemeindeausschuss behandelt werden.

Von Anna Petersen

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