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Ganztagsschulen: Fachausschuss der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf empfiehlt Varianten für Um- und Anbauten

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Mittags gab es in der Himberger Aula noch Lasagne und Salat, am Montagabend dann politische Beratungen im Schulausschuss – die Politik hat sich jetzt auf Varianten des Ganztagsbetriebs in den Grundschulen verständigt.

Himbergen. Seit Jahren ringen Politik, Verwaltung, Schulleitungen und Elternschaft um Lösungen für die Einführung des Ganztagsbetriebs an den Grundschulen in Ebstorf, Bad Bevensen, Wriedel und Himbergen.

Am Montagabend nun hat der Schulausschuss der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf mit großer Mehrheit entschieden, dass und wie die Umwandlung in Ganztagsschulen voranschreiten soll.

Nach Ortsbegehungen in den vier Grundschulen habe es einen Dialog zwischen allen Beteiligten gegeben, schilderte Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer das jüngste Vorgehen. Für die Grundschulen in Ebstorf, Bad Bevensen und Wriedel konnten auf diesem Weg gute Kompromisse gefunden werden, um den Ganztagsschulbetrieb zeitnah und finanzierbar zu gewährleisten. Allein in Himbergen knirschte es noch.

Das dort geschmiedete pädagogische Konzept für eine teilgebundene Ganztagsschule benötigt nämlich drei derzeit stillgelegte Räume im Obergeschoss. Deren Reaktivierung würde jedoch rund 450.000 Euro kosten – Geld, das zumindest die Mehrheit im Schulausschuss nicht ausgeben will. Ein kurzfristig eingereichter Antrag der SPD auf Instandsetzung besagter drei Räume wurde daher auch abgelehnt.

Jürgen Hinrichs, SPD-Mitglied und Himberger Bürgermeister, hatte zuvor um Zustimmung geworben, um den Verzicht der Schule auf eine eigentlich dringend gewünschte Frischküche zu honorieren und „zur Beruhigung der Elternschaft beizutragen“. Doch Susanne Lühr-Peschke (CDU) und Léonard Hyfing (FDP) wollten auch im Sinne der Gleichbehandlung „kein Fass aufmachen“. „Dann haben andere Schulen auch wieder Wünsche“, wollte Lühr-Peschke die erreichten Kompromisse nicht in Gefahr bringen. Und Hyfing gab zu bedenken, dass man mit dem Umbau besagter drei Räume in Himbergen unterm Strich deutlich mehr Raum pro Kind schaffe als in den anderen Schulen.

• Für eine künftige Ganztagsschule in Himbergen soll laut Empfehlung des Schulausschusses nun für rund 670.000 Euro lediglich der Einbau einer Küche nebst Erweiterung im Bestand umgesetzt werden. Brandschutzmaßnahmen und solche für die Inklusion wurden dort bereits vor einigen Jahren durchgeführt.

• Für die Schwalbenschule in Wriedel stimmte der Ausschuss einem Umbau zu, mit dem im östlichen Gebäudeteil eine Mensa entstehen soll. Inklusive Brandschutz- und Inklusionsmaßnahmen wird dieses Konzept rund 1,65 Millionen Euro kosten. Auf einen anfangs angedachten Neubau soll nun verzichtet werden.

• Die Einführung des Ganztagsbetriebs in der Mauritiusschule Ebstorf wird voraussichtlich mit 2,15 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hier soll unter anderem der Musiktrakt um einen Mensa-Anbau erweitert werden, der vielseitig genutzt werden kann. Das jetzige Basketballspielfeld, der Verkehrsübungsplatz und eine Fahrradstellfläche müssen dafür weichen.

• Die Planung für die Waldschule Bad Bevensen sei laut Bauamtsleiter Roland Klewwe „am wenigsten belastbar“. Denn das Schulgebäude hat komplizierte Baustrukturen. „Da gibt es noch einige Probleme zu lösen“, so Klewwe. Aus Sicht Johann-Henrich Vietors (WBB) könnte dies ein kompletter Neubau sein, wie er anmerkte. Der Schulausschuss jedoch sprach sich für das im Dialog erarbeitete Konzept aus, das unter anderem einen Neubau an der Vorderseite des Ostflügels vorsieht. Kostenschätzung inklusive weiterer Arbeiten, die im Sinne der Inklusion fällig würden: 3 Millionen Euro.

Der Samtgemeindeausschuss und der Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf werden auf ihren Sitzungen am 6. Dezember entscheiden, ob tatsächlich in der vom Fachausschuss empfohlenen Weise verfahren wird.

Von Ines Bräutigam

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