Samtgemeindeausschuss will nun doch schnellstmögliche Umsetzung neuer Konzepte

Ganztagsschulen: Ende der Eiszeit

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Die Politiker der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf haben sich bereits die Grundschulen, wie hier die in Wriedel, angesehen. Jetzt soll für jede einzelne Schule noch einmal geprüft werden, unter welchen Bedingungen schnellstmöglich ein Ganztagsbetrieb eingerichtet werden kann.

Bad Bevensen/Ebstorf. Rolle rückwärts zum Thema Ganztagsschulen in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf: Der Samtgemeindeausschuss hat in einer jüngsten Sitzung beschlossen, nun doch die Einführung der Ganztagsbetreuung in den Grundschulen Ebstorf, Wriedel, Himbergen und Bad Bevensen voran zu treiben.

Zuvor hatte er entschieden, genau dies erst einmal auf Eis zu legen, stattdessen die Einrichtung von Horten zu forcieren – und sich damit reichlich Gegenwind aus der Eltern- und Lehrerschaft eingehandelt (AZ berichtete).

Eine Dialogveranstaltung mit den Schulleitungen, Schul- und Elternräten, der Politik und Verwaltung vergangene Woche habe folgendes ergeben, schildert Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer: „Wir müssen Einigkeit bei der Einrichtung von Ganztagsschulen hinbekommen.“ Dazu gehöre vor allem eine bessere Kommunikation zwischen allen Akteuren, so Kammer, der einräumt, dass es damit in der Vergangenheit nicht allzu weit her war.

Klar sei aber auch, dass alle aufeinander zugehen müssten. Denn eine Einführung von Ganztagsschulen auf Basis der Ergebnisse aus den Schularbeitsgruppen könne es nicht geben, betont der Samtgemeindebürgermeister, Diese Gruppen nämlich hatten, wie berichtet, alles Wünschenswerte für jede einzelne Schule erarbeitet. Das hätte aber insgesamt an die 15 Millionen Euro gekostet. An diesem Punkt hatte die Samtgemeindepolitik dann auch die Notbremse gezogen.

„Alle sind jetzt offen für einen Neustart“, freut sich Hans-Jürgen Kammer. Um den ersten Schritt auf diesem neuen Weg zu gehen, hat er nun vorgeschlagen, jede Schule mit den Verantwortlichen und einem Ingenieur zu begehen und zu prüfen, unter welchen Bedingungen schnellstmöglich ein Ganztagsbetrieb eingerichtet werden kann. Gerne hätte der Samtgemeindebürgermeister noch vor den Sommerferien mit den Begehungen begonnen, da viele Eltern lieber heute als morgen eine Ganztagsbetreuung ihrer Kinder wollen und für mögliche Maßnahmen auch die Sommerferien hätten genutzt werden können. Auf Wunsch der Lehrerschaft werden die Besichtigungen der Schulen nun während der Ferien, im Zeitraum vom 2. Juli bis zum 13. August, stattfinden.

Hans-Jürgen Kammer betont: „Ob das Projekt ein Erfolg wird, hängt viel von der Kompromissbereitschaft ab.“ Von einer Illusion rät der Samtgemeindebürgermeister allerdings deutlich ab: „Eine Ganztagsschule zum 1. August dieses Jahres wird es nicht geben.“ Denn entsprechende Anträge dafür müssten bei der Landesschulbehörde bis zum 1. Dezember eines Jahres für den Betriebsbeginn am 1. August des Folgejahres gestellt werden.

Von Ines Bräutigam

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